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Kategorie: Vollverstärker
20.10.2015

Einzeltest: Line Magnetic LM-845 Premium

Röhrenvollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium

Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 1
20990

Verbinden sie chinesische Röhrenverstärker insgeheim auch immer noch mit extrem günstigen Preisen, fragwürdiger Verarbeitung und laxer Gerätesicherheit? Wenn Sie diesen Zahn gründlich gezogen bekommen möchten, sind Sie an dieser Stelle richtigIn meinem persönlichen HiFi-Kosmos tauchte der Hersteller Line Magnetic vor mittlerweile ziemlich vielen Jahren als einer von lediglich zweien auf, die sich an den Nachbau des berühmtesten Lautsprechers aller Zeiten gewagt hatten: der Western Electric-Druckkammertreiber 555. Jene in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts beheimatete Wahnwitz-Kontruktion, die mit einer zwei Gramm schweren und zwei Zoll durchmessenden Aluminiummembran die praktisch unlösbare Aufgabe antrat, das gesamte musikalische Spektrum wiederzugeben – natürlich in Kombination mit riesigen Horntrichtern.

Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 2Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 3Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 4Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 5Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 6Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 7Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 8Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 9Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 10Vollverstärker Line Magnetic LM-845 Premium im Test, Bild 11
Warum ausgerechnet ein chinesisches Unternehmen auf den Gedanken verfällt, ein solches extrem aufwändiges und garantiert nur in Minimalstückzahlen absetzbares Konstrukt zu fertigen kann nur einen Grund haben: Leidenschaft für die Sache.

Und tatsächlich ist bei Line Magnetic im Lauf der Jahre eine erstaunlich breite Produktpalette an Lautsprechern und Verstärkern entstanden, die an den ur alten Western Electric-Klassikern orientiert sind. Die 70 Kilogramm schwere Unglaublichkeit, um die es hier gehen soll, schnöde als Vollverstärker zu titulieren fällt ein bisschen schwer, de facto trifft das den Kern der Sache aber recht gut. Das 10.000 Euro teure Ensemble ist aus gutem Grund (Transportierbarkeit) zweigeteilt. Und wer nun reflexhaft vermutet, dass sich in der schmuckloseren der beiden Boxen das Netzteil für den eigentlichen Verstärker befindet, der irrt: Dort residieren nämlich die ziemlich voluminösen Ausgangsübertrager. Die Verbindung zum eigentlichen Verstärker besorgen zwei Kabel mit soliden beidseitigen Schraubarmaturen, die reichlich Spannung zu transportieren haben dürften. Für Lautsprecher gibt‘s drei Anschlüsse für vier, acht und 16-Ohm-Wandler, die dazugehörigen Klemmen sehen zumindest recht überzeugend nach WBT aus. Der Star des Ensembles jedoch ist ganz eindeutig der andere Teil des Gespanns. Vier Paar Röhren thronen auf dem piekfein in glänzendem Schwarz lackierten Deckelblech – und was für welche. Für die Bereitstellung der nominell 30 Watt Ausgangsleistung ist ein Klassiker aus der Röhrenabteilung zuständig – die 845. Wie die an anderer Stelle in diesem Heft auch zu bewundernde 211, erkennt man sie im Betrieb weithin an Ihrem hellen, durch die thorierten Wolframkathoden verursachten Leuchten. Der Einsatz einer Graphitanode ist eines der konstruktiven Merkmale, das der Röhre eine Dauerverlustleistung von respektablen 75 Watt gestattet. Im Gegensatz zur 211 jedoch war die 845 immer als reine Audioröhre konzipiert und bringt ein paar Besonderheiten mit, die man bei ihrem Einsatz beachten muss. So wird sich zum Beispiel nicht im A2-Betrieb gefahren, soll heißen: Sie lässt sich fast stromlos ansteuern und braucht deshalb nicht so leistungsfähige Treiber wie eine 211. Andererseits aber braucht sie zum Durchsteuern einen hohen Spannungshub, und auch den muss jemand bereitstellen. Gerne für die Aufgabe eingesetzt: die berühmte 300B. Und genau dieses Konzept liegt auch dem LM-845 Premium zugrunde, auf dessen Chassis innen neben den Endröhren die beiden charakteristisch geformten, kaum weniger imposanten Treiber angeordnet sind. Doch damit ist’s noch nicht genug der röhrentechnischen Besonderheiten beim Line Magnetic: Ebenfalls alten Traditionen folgend, setzt man zur Ansteuerung der Treiberröhren eine indirekt geheizte Pentode ein. Für viele Single-Ended-Fans ist das ein Sakrileg, allerdings hat kein Geringerer als Western Electric selbst das in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts schon beim berühmten Verstärker WE91 vorgemacht. Und Western Electric lieferte auch gleich die richtige Röhre dazu, die allerdings, wie so oft, für den Einsatz in Telefonsystemen erdacht wurde: die 310A. Sie ist eine der ersten „modernen“ Pentoden und wurde von einer ganzen Reihe von US-Herstellern gefertigt. Mittlerweile gibt’s Fernost-Nachfertigungen und Line Magnetic bedient sich zweifellos dort – sogar mit eigenem Stempel auf den Röhren. Demgegenüber ist die eingangsseitige Doppeltriode HiFi-Tagesgeschäft und verblasst ein wenig neben den markanten Kolleginnen. Das vierstufige Konzept ist zweifellos mit Sachverstand und Liebe zur Materie an berühmte alte Konzepte angelehnt, bewahrt sich jedoch trotzdem ein gewisses Maß an Eigenständigkeit – sehr gelungen. Auch an anderer Stelle lässt der Hersteller Vintage- Flair aufkommen: Sowohl bei den End- als auch den Treiberröhren muss der Bediener für zur Ruhestromeinstellung Hand anlegen. Dabei helfen ihm gleich zwei Zeigerinstrumente und entsprechende Justagemöglichkeiten. Zusätzlich gibt’s sogar die berühmten „Entbrummer“-Potis parallel zu den Heizungen der großen Röhren, mit denen man bei Bedarf auf minimalen Brumm abgleichen kann. Damit nicht genug der Zeiger-Zeigefreudigkeit: Mittig auf der Front gibt’s ein großes Doppelnadelinstru ment zur Stereo-Aussteuerungsanzeige. Das ist nun ganz eindeutig mehr Show als erforderlich, komplettiert den Dreißiger-Jahre-Vintage- Western-Electric-Look der Maschine aber ausgezeichnet.

Wenn Sie vermuten, dass das ein Verstärker für beinharte Fans des Metiers ist, dann tun sie das zurecht. Auch wenn die Vielzahl von Schaltern und Reglern deutlich komplexer wirkt, als sie in der Praxis ist. So habe ich während des Testzeitraums mit Ruhrestromeinstellung oder gar Entbrummen außer gelegentlichen Kontrollen rein gar nichts zu tun gehabt, das Gerät funktioniert absolut reibungslos.
In Sachen Quailität des Aufbaus muss sich der LM-845 Premium keinen Deut hinter den großen Namen der Szene verstecken. Das beginnt bei den sauber gewickelten imposanten Ausgangsübertragern in Gehäuse Nr. 2 und endet nicht bei der Struktur des Verstärkers selbst. Diverse kleinen Platinen tragen die einzelnen Schaltunsgteile und sind penibel miteinander verdrahtet. An den Seitenwänden des Gehäuses sind ordentlich Siebelkos untergebracht, auch finden sich mindestens vier Drosselspulen im Aufbau. Die Bauteilequalitäten sehen durch die Bank erfreulich aus – ich denke, wir dürfen das gute Stück beruhigt wieder zuschrauben.

Beachtung verdient noch der „NFB“- Kippschalter auf der Gerätefront. Mit ihm kann sich man nämlich aussuchen, wie viel Gegenkopplung man seinem Musikgenuss zumuten möchte. Und tatsächlich bin ich in diesem Falle mal gar nicht so strikt der Meinung, dass Gegenkopplung verachtenswertes Teufelszeug ist – es kommt immer so drauf an. Zum Beispiel an der Albedo Aptica MKII ist der Betrieb mit Gegenkopplung der einzig richtige Weg, die Wiedergabe „mit“ wird erheblich voller, größer, souveräner – ganz einfach besser. An etwas typischeren Lautsprechern als der zierlichen 81-Dezibel- Standbox liegen die Verhältnisse etwas anders, an meinen 96-Dezibel- Dreiwegerichen gefällt mir die enthemmtere Gangart ohne Gegenkopplung deutlich besser. Gut zu hören zum Beispiel bei der exzellenten MFSL-Neuauflage des Dead Can Dance- Albums „Spiritchaser“. Der LM-845 verarbeitet die tieftonalen Schwergewichtigkeiten auf diesem Album in beiden Betriebsarten mit größter Freude, das große Schweben von Lisa Gerrards Stimme durch die Hörraumgalaxis klappt ohne Gegenkopplung aber merklich besser. So hat das Geschehen Luft, Nachdruck und Gespür fürs Filigrane. 40 Watt aus so einem Gerät sind ein Wort – daran lässt der Line Magnetic keinen Moment Zweifel. Er betört mit Stabilität und Größe, ist mit Feuereifer bei der Sache und lässt sich auch von Chick Corea und Gary Burton nicht aus der Ruhe bringen, die in Sachen Dynamikanforderungen kaum zu toppen sein dürften. Großartiger Verstärker, soviel Leben war lange nicht mehr in der Bude!
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Fazit

Dieses Prachtstück von einem Vintage- Verstärker verspricht nicht nur, er liefert auch: Mit überschäumendem Temperament macht der Line-Magnetic das Musikhören zu einem fast körperlich herausfordernden Erlebnis

Preis: um 10000 Euro

Vollverstärker

Line Magnetic LM-845 Premium


-

Ausstattung

 
Vertrieb IAD GmbH, Korschenbroich 
Telefon 02161 617830 
Internet www.iad-audio.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
Abmessung Verstärker (B x H x T in mm) 435/460/456 
Gewicht Verstärker (in Kg) ca. 45 
Abmessung Netzteil (B x H x T in mm) 435/160/456 
Gewicht Netzteil (in Kg) 25 
Unterm Strich... Dieses Prachtstück von einem Vintage- Verstärker verspricht nicht nur, er liefert auch: Mit überschäumendem Temperament macht der Line-Magnetic das Musikhören zu einem fast körperlich herausfordernden Erlebnis 

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