Musikrezension: Thurston Moore - The Best Day (Matador Records)
Thurston Moore - The Best Day

So ein bisschen hatte ich die Befürchtung, die überaus schlagzeilenträchtige Trennung von Ehefrau und Sonic-Youth-Sängerin Kim Gordon haut ihn raus. Mit der über Jahrzehnte stilbildenden Band scheint‘s dann ja auch mehr oder weniger vorbei zu sein und Mastermind Moore konzentrierte sich seitdem auf das eine oder andere, sagen wir mal: untypische Black-Metal- Projekt. Mit mäßigem Erfolg, aber dafür war‘s wohl auch nicht gedacht. Das hier allerdings, das isses wieder: der wahre Thurston Moore. Lärmig, ausdauernd und bei allen selbstverliebten acht bis elf Minuten langen Gitarrenorgien absolut großartig. Moore darf das, weil er es kann: Auf der Axt ewig um ein Thema kreisen, das Ding ganz langsam entwickeln, der Zuhörer hat keine Ahnung, wohin die Reise geht. So etwas wie das Köln Konzert auf Speed. Zwei Titel, zwei Plattenseiten, große Klasse. So weit die guten Nachrichten. Leider bleibt‘s nicht bei dieser Klasse. „Tape“, der Beginn auf Seite drei, wirkt dagegen schon deutlich uninspirierter. Weiter geht’s mit dem Titeltrack, der geht in Ordnung. Klingt manchmal ein wenig nach den Kinks in den späten Sechzigern, hat was. Ab jetzt kommt an sich nichts Neues mehr. Der Meister des Alternativen scheint ein wenig sein Pulver verschossen zu haben, was dieses Album angeht. Okay, da kommt noch „Grace Lake“. Da gibt’s wieder diese Phasen von hypnotischer Kraft, in denen sich der Song entwickelt – das versöhnt. Klanglich ist das Album gar nicht mal so schlecht, in diesem Genre eigentlich sehr untypisch. Es gibt so etwas wie Differenzierung, dynamisch allerdings geht nicht allzu viel. Klar, hier ist meistens auch eher die Wall of Sound gefragt. Die beiden Platten gehen absolut in Ordnung, mit im Doppelklappcover steckt ein Download-Gutschein.
Fazit
Etwas durchwachsenes Lebenszeichen von der Alternative-IkoneKategorie: Schallplatte
Produkt: Thurston Moore - The Best Day (Matador Records)
144-612
ArtPhönix Vinyl |

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