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Kategorie: Phono Vorstufen
20.10.2015

Einzeltest: EAR 324

Alte Meister

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Thomas Schmidt
Thomas Schmidt

Tim de Paravicini darf mit Fug und Recht als HiFi-Legende bezeichnet werden. Und auch wenn keiner mehr die Geschichten hören will: Wer Geräte baut, die in so vielen Tonstudios dieser Welt stehen, dem darf man zutrauen, dass er weiß, wie Musikwiedergabe zu klingen hat.

Seine Kunden wissen es zumindestBei einer kleinen Reise, bei der ich 2013 in Kalifornien ein paar der renommiertesten Masteringstudios der Welt besichtigen durfte, fand ich in allen Racks neben den beeindruckenden Mischpulten Geräte von Paravicini vor. Liest man sich die Liste seiner Kunden im Tonstudio-Segment durch, dann ist das wie ein „Who-is-Who“ der Musiker-Prominenz. David Gilmour sei nur als ein Beispiel genannt. Mit seiner HiFi-Marke Exotic Audio Research oder kurz: EAR mischt der Altmeister schon seit etlichen Jahren auch auf der anderen Seite der Musik mit: Die Wiedergabekette ist ja letztlich mindestens ebenso wichtig wie die Aufnahmeseite. Und auch hier ist die Qualität seiner Röhrengeräte legendär. Doch – Überraschung – unser Testgerät ist tatsächlich ein Transistorverstärker! Abgeleitet von der schon legendären Vorstufe 321, die zu ihrer Zeit für Aufsehen sorgte, hat man hier einfach deren Phonoteil in ein eigenes Gehäuse gesteckt. Sieht man in das Gerät hinein, dann ist man erst einmal irritiert, denn man erkennt neben dem durchaus modernen Platinenlayout jede Menge – Übertrager. Nun, das verwundert erst einmal ein bisschen, ist man doch heute durchaus in der Lage, die Signale auch der leisesten MC-Tonabnehmer mit aktiven Bauteilen rauschund brummfrei zu verstärken. Wozu also diese vorsintflutliche Technik? Nun, Tim de Paravicini steht auf dem Standpunkt, dass die Wechselwirkung zwischen einem niederohmigen Tonabnehmer und einer ohmschen Last negative Auswirkungen auf den Klang hat. Seiner Erfahrung nach funktioniert eine induktive Last wie die eines Übertragers, der ja nichts anderes ist als zwei ineinander verschachtelte Spulen, an dieser Stelle deutlich tonabnehmerfreundlicher und damit klanglich besser. Voraussetzung hierfür ist natürlich auch bei einem Übertrager die optimale Anpassung an den verwendeten Tonabnehmer. Beim EAR 324 hat man es sich deshalb nicht nehmen lassen, einen Übertrager mit drei primären Abgriffen zu konstruieren, die ein Übersetzungsverhältnis von 1:10, 1:20 und 1:30 ermöglichen. Und – man kann dafür nicht dankbar genug sein – es gibt einen zweistufigen Abschwächer mit -6 und -12 dB, mit dem man blitzschnell nach Umstellen des Übertragers den Gesamtpegel anpassen kann, um die rein klangliche Änderung beurteilen zu können, ohne sich von einer einfach höheren Lautstärke blenden zu lassen: Klasse gemacht. Übrigens: ALLE Umschaltungen im Gerät laufen über Relais, so dass sich das Audiosignal an keiner Stelle über irgendwelche Schalterkontakte quälen muss.
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Preis: um 4745 Euro

EAR 324


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