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Kategorie: Mobiler Player
20.10.2015

Einzeltest: Cayin N3 Pro

Digital Audio Player · Cayin N3 Pro

Mobiler Player Cayin N3 Pro im Test, Bild 1
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Wenn man unterwegs Musik über Kopfhörer genießen will, kommt man mit dem Smartphone und Bluetooth-Kopfhörern schon recht weit. Das reicht definitiv um Spaß zu haben.

Mobiler Player Cayin N3 Pro im Test, Bild 2Mobiler Player Cayin N3 Pro im Test, Bild 3Mobiler Player Cayin N3 Pro im Test, Bild 4Mobiler Player Cayin N3 Pro im Test, Bild 5Mobiler Player Cayin N3 Pro im Test, Bild 6
Von ernsthaft audiophilem Klang kann allerdings kaum die Rede sein. Da braucht es anderes Equipment – wie den Cayin N4 Pro.Klar, da geht was! Ein aktuelles Smartphone, gute True-Wireless-Kopfhörer und zusammen mit einem Streaming-Dienst kann man unterwegs mit viel Spaß Musik hören. Doch wer zuhause eine hochwertige HiFi-Anlage hat, wird selbst mit klangverbessernden Bluetooth- Codecs wie aptX und Apps zur Klangoptimierung feststellen, dass die Sache Grenzen hat. Mangelende Bandbreite, Auflösung und Dynamik lassen sich mithilfe von ein paar psychoakustischen Tricks ganz nett kaschieren. Wer jedoch ein geschultes Ohr hat, „durchhört“ das Ganze schnell. Und dann wirkt das Gebotene vor allem nervig. Doch für ernsthafte Musikliebhaber gibt es mobiles Equipment, mit dem man unterwegs ernsthaft hochwertig Musik hören kann und kaum Kompromisse gegenüber dem Hören über die heimische Anlage eingehen muss.      

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Ausstattung

 
Der Cayin N3 Pro bietet trotz seiner kompakten Bauform eine Technik, die sich nicht hinter der einer stationären Anlage verstecken muss. So kann der N3 Pro hochaufgelöste Audio-Daten von einer eingesteckten Micro SD-Karte (bis 1 TB) oder einem angeschlossenen OTG-Device (z.B. einer externen Festplatte) lesen oder alternativ im DAC-Modus Daten von einem anderen Gerät wie Laptop, Tablet oder Smartphone zugespielt bekommen. Gängige Datenformate mit einer Auflösung von bis zu 32 Bit/384 kHz (PCM) oder DSD bis DSD 256 werden von zwei kanalgetrennt arbeitenden DAC-Chips des TypsAK 4493EQ von Asahi Kasei in analoge Ausgangssignale gewandelt. Damit hat das kompakte Gerät mehr DACPower als mach stationärer Wandler. Noch spannender wird die Sache, wenn es um die Verstärkung der Signale für den angeschlossenen Kopfhörer geht. Hier bietet der Cayin N3Pro neben einem vollsymmetrisch arbeitenden, kräftigen Solid-State-Verstärker auch eine Röhren-Ausgangsstufe. Tatsächlich hat Cayin dem kompakten Gerät einen zweiten Ausgangsverstärkerzweig spendiert, der mit zwei Subminiaturröhren des Typs 6418 arbeitet. Subminiaturröhren stellen quasi den letzten Stand der Röhrentechnik dar, benötigen wenig Strom und produzieren kaum Abwärme. Sie wurden Ende der 1940er Jahre für den mobilen Einsatz entwickelt. Die Verstärkerschaltung des Cayin N3Pro ermöglicht es, die Röhren im Ultralinear-Betrieb oder Single-Ended arbeiten zu lassen. Der Ultra linear stellt die „moderne“ Schaltungstechnik dar, mit der die Röhren eine höhere Ausgangsleistung bei geringeren Verzerrungen liefern. Trotzdem bevorzugen viele Röhrenliebhaber Röhren in einer Single-Ended-Schaltung, die weniger Leistung und höhere Verzerrungen, letztere dafür mit einem natürlichen Verteilungsspektrum, bietet. Kopfhörer können an den Cayin N3 Pro über die gängige 3,5-mm- Stereoklinke angeschlossen werden. Hierbei kann man zwischen allen drei Verstärkungsarten wählen. Alternativ gibt es einen 4,4-mm-Pentaconn-Anschluss, der er ermöglicht, entsprechende Kopfhörer symmetrisch am N3 Pro zu betreiben. Das geht nur über den Transistor-Verstärker, da der Röhrenverstärker unsymmetrisch arbeitet. Dazu gibt es einen unsymmetrischen Line- Ausgang mit fixem Pegel in Form eines weiteren 3,5-mm-Klinkenanschlusses. Und auch der symmetrische 4,4-mm-Pentaconn Anschluss kann als Line Ausgang konfiguriert werden, sodass man einen symmetrischen Ausgang erhält. Der USB-C Anschluss, der zum Laden und als Eingang für Digitalsignale dient, kann auch aus Digital-Ausgang genutzt werden, um die auf dem Gerät gespeicherte Musik digital an andere Geräte auszugeben. Der Vollständigkeit sei noch erwähnt, dass der Cayin N3 Pro sowohl über Bluetooth wie auch über WiFi verfügt. Die Bluetooth-Verbindung kann zum Beispiel nützlich sein, wenn man die Musik vom Player über ein Autoradio oder einen Bluetooth-Lautsprecher wiedergeben möchte und die Klangqualität dabei weniger wichtig ist. Die WiFi-Verbindung ermöglicht zum Beispiel Over-the-Air-Updates (OTA) oder den Transfer von Musikdateien. Bedient wird der Cayin N3 Pro im Wesentlichen über das 3,2 Zoll, 480 x 360 Pixel auflösende Touch-Display. Alternativ gibt es Tasten zur Lautstärkeregelung und zur Steuerung der Basisfunktionen des Players. Praktisch ist darüber hinaus, dass man den Player auch per HiByLink-App vom Smartphone aus steuern kann. So kann der Player in der Tasche bleiben, während man alles andere vom Smartphone aus regelt. Eine schicke Ring-LED zeigt an, mit welcher Datenrate die DAC-Chips gerade arbeiten. Mit seinem 4100 mAh-Akku bietet der Cayin bis zu 11 Stunden Spielzeit, die sich beim Röhren- Betrieb auf bis zu 8,5 Stunden verkürzen kann. Die Ladezeit beträgt 3,5 Stunden.      

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Klang  


Klanglich lohnt sich der im N3 Pro getriebene Aufwand definitiv. Die Digital-Sektion stellt auf jeden Fall ein extrem sauberes Signal zur Verfügung. Wer will, kann bereits hier über die Auswahl des Digitalfilters oder, deutlich gravierender, mithilfe des Equalizers Einfluss auf den Klang nehmen. Noch spannender ist, was auf der analogen Seite möglich ist. Denn hier kann man genauso seinen großen Over-Ear anschließen, bei Bedarf auch symmetrisch, wobei der Transistor-Verstärker genug Leistung liefert, um auch anspruchsvolle Kopfhörer richtig auf Trab zu bringen. Man kann also durchaus seinen heimischen Kopfhörer mit auf Reisen nehmen. Mindestens ebenso spannend ist die Möglichkeit, den Röhrenverstärker zu nutzen. Der liefert, besonders im Single-Ended- Modus, zwar weniger Leistung, entpuppt sich aber als traumhaft, wenn es etwa darum geht, wirkungsgradstarke In-Ears anzusteuern. Dem meist sehr unmittelbaren Klang solcher Kopfhörer bekommt ein Bisschen Röhrenzauber extrem gut – das Klangbild bekommt eine schöne Weite. Und wer es lieber sehr straight hat, kann hier ja genauso auf den Transistor- Verstärker zugreifen. Eine kleine Show ist auf jeden Fall das Umschalten vom Transistor – auf den Röhrenverstärker. Der N3 Pro hält dann die Wiedergabe an, blendet die Nachricht ein, dass die Röhren aufwärmen und gleichzeitig sieht man durch das Fenster auf der Front, wie die Röhren aufglühen.  

Fazit

Wer unterwegs ernsthaft guten Klang über Kopfhörer genießen will, kommt kaum an dem Cayin N3 Pro vorbei. Digitaltechnik und analoge Verstärkerstufen auf dem Niveau einer stationären Anlage, eine Variabilität, die über die Möglichkeiten vieler großer Anlangen hinausgeht und das alles im Westentaschenformat – dieser kleine DAP ist ein ganz großer.

Preis: um 600 Euro

Cayin N3 Pro

Spitzenklasse

4.5 von 5 Sternen

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Ausstattung

 
Vertrieb Cayin Audio Distribution, Glashütten-Schlossborn 
Telefon 06174 9554412 
Internet www.cayin.de 
Leistung 2 x 800 mW (32 Ohm), 2 x 110 mW (300 Ohm) 
Störabstand 119 dB 
Übersprechen 110 dB 
Klirrfaktor 0,002 % 
Akkulaufzeit max. 11 h 
Abmessungen (B x H x T in mm) 18.5/63.5/115,2 
Gewicht 190 
Ausführungen Schwarz 
Eingänge WLAN, 1 x USB-C (auch Ausgang für S/PDIF) 
Ausgänge 1 x 3,5 mm Kopfhörer, 1 x 1 x 3,5 mm Line-out, 1 x 4,4-mm-Kopfhörer symmetrisch, Bluetooth 
+ Transistor + Röhrenausgang/Dual DAC-Chip/variabler Klang 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung sehr gut 

Bewertung

 
Klang 70%
Labor 15%
Praxis 15%

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