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Kategorie: Kopfhörerverstärker
20.10.2015

Einzeltest: Harmony Design DA09

Agent 09

10521
Dr. Martin Mertens
Dr. Martin Mertens

Durch seine Neutralitätspolitik wurde Schweden im zweiten Weltkrieg, ähnlich wie die Schweiz, zum Tummelplatz für Agenten aller Kriegsparteien. Das hat Spuren hinterlassen, wie man vor einiger Zeit an der Aufregung um ein vermeintliches russisches U-Boot vor der Küste Schwedens gesehen hat.

Und irgendwie scheint das auch Spuren beim Harmony Design DA09 hinterlassen zu haben.Der Einsteiger-DAC/Kopfhörerverstärker der schwedischen Manufaktur kommt extrem unauffällig daher. Viel schlichter kann man ein solches Gerät kaum gestalten. Dazu kommt, dass viele Einstellmöglichkeiten versteckt im Inneren des Geräts vorgenommen werden. Dazu gehört etwa weniger Wesentliches wie die Helligkeit der LED, die die Betriebsbereitschaft signalisiert. 

Ausstattung


Auch grundlegende Dinge lassen sich hier ändern. So etwa das Verhalten der Stummschaltung (Muting) oder die Charakteristik des Digitalfilters. Auch der Regelbereich der Lautstärkeeinstellung und ob der DA09 als Vorverstärker mit geregelten Line-Ausgängen oder als Quellgerät mit fixem Ausgangssignal agiert, lässt sich einstellen. Das alles lässt sich über Potis, Jumper oder Mikroschalter (sogenannte Mäuseklaviere) im Inneren des Geräts regeln. In gewisser Weise ein Kontrastprogramm in einer Zeit, in der man den Eindruck hat, die Welt vom Touchscreen seines Smartphones aus beherrschen zu können. Was seine Kontakte betrifft, ist der DA09 vorsichtig. Informationen nimmt er über zwei digitale Cinch-Eingänge sowie via USB entgegen. Dafür versteht er Codes bis 24 Bit/192 kHz, die er sorgfältig entjittert. Ausgangsseitig setzt er gerne auf eine sehr sichere, störungsunanfällige symmetrische Verbindung, lässt sich aber auch auf unsymmetrischen Kontakt ein, wenn es denn sein muss. Natürlich gibt es einen Anschluss für einen Kopfhörer auf der Front – diskretes Zuhören ist erwünscht. 

Klang


Klanglich hat es der Harmony Design DA09 in sich. Der Kleine kann Karate – unterschätzen Sie ihn nicht. Tonal gibt er sich ausgewogen, mag es aber, blitzschnell und hoch dynamisch zuzuschlagen, wenn es erforderlich ist. Dabei offenbart er eine Kraft und Souveränität, die man ihm aufgrund seines unscheinbaren Äußeren gar nicht zutraut. Und natürlich lässt er auch keine Details außer Acht. Basis dieses high-endigen Klangs sind übrigens keine exotischen Eskapaden, sondern blitzsaubere Messwerte, wie ein kurzer Laborcheck ergeben hat.

Fazit

DA09 mit Lizenz zum Tönen. Mit seinen Qualitäten sollte der Harmony Design nicht im Geheimen operieren, sondern einer möglichst großen Zahl Musikliebhaber, die einen sauberen, klaren Klang zu schätzen wissen, bekannt werden. Verraten Sie es weiter!

Preis: um 1350 Euro

Harmony Design DA09

Spitzenklasse

3.5 von 5 Sternen

-

Ausstattung

 
Preis: 1350 
Vertrieb: applied acoustics, Berlin 
Internet: www.applied-acoustics.de 
B x H x T (in mm): 245/52/206 
Gewicht: 2 kg 
Ausführungen: Schwarz, Alu 
geeignet für: HiFi 
Eingänge: USB-B, 2 x digital 
Ausgänge: 1 x 6,3-mm-Stereo- Klinkenbuchse (Front), symmetrisch 1 Paar XLR-3-Pol, unsymmetrisch 1 Paar Cinch 
Klasse: Spitzenklasse 
Preis/Leistung: gut - sehr gut 

Bewertung

 
Klang 70%
Ausstattung: 15%
Bedienung 15%

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