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Kategorie: Car-HiFi Endstufe 4-Kanal
20.10.2015

Einzeltest: Audio System X 75.4 D

Ohne Kompromisse

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Elmar Michels
Elmar Michels

Auch wenn andere Hersteller schon seit Jahren „Digitalendstufen“, also fullrange arbeitende Schaltverstärker, im Angebot haben, hat sich Audio System bis heute geziert, so etwas ins Programm zu nehmen.
Dafür gibt es zwei Gründe.

Erstens will man nicht irgendein fremdes Layout einkaufen und nur seinen Namen draufschreiben, nein, es muss natürlich eine komplette Eigenentwicklung aus Deutschland sein. Und zweitens waren und sind keine Kompromisse bei der Klangqualität angesagt. Wer von einer „normalen“ Class- A/B-Endstufe auf die X 75.4 D wechselt, soll diese auswählen, weil sie so gut ist und nicht, weil kein Platz für eine „richtige“ Endstufe da ist. Dabei ist die X 75.4 D für eine Vierkanalendstufe wirklich kompakt ausgefallen (Kühlkörper nur 172 x 152 mm), für eine moderne Class-D-Stufe ist sie dagegen fast schon wieder groß. Dies ist dem Layout geschuldet, das nach heutigen Maßstäben tatsächlich großzügig ist, dafür mit sehr wertiger Bestückung und mit einigen technischen Finessen daherkommt. Ganz oben im Lastenheft stand maximale Betriebssicherheit. Dabei geht es natürlich auch darum, dass die Endstufe nicht kaputt zu kriegen ist, was natürlich die üblichen Schutzschaltungen (Kurzschluss etc.) einschließt. Audio System hat zudem eine zusätzliche Netzteilregelung vorgesehen, um dem bei Halbbrücken-Class-D unvermeidlichen Effekt des „Netzteilaufladens“ bei tiefen Frequenzen und hohen Leistungen vorzubeugen. Doch der Sicherheitsgedanke geht noch weiter, denn mit einer Maximaltemperatur von 65° (kein Lüfter) lässt sich die X 75.4 D guten Gewissens versteckt einbauen. Dazu muss die Schaltung höchst effizient sein und bei einer gewissen Leistung braucht man auch etwas Kühlfläche, weswegen die X 75.4 D einen vergleichsweise massiven Kühlkörper aufweist. Denn was nützt die schönste Mikroendstufe, wenn sie so heiß wird, dass man sie nur offen verbauen kann und dann womöglich der Lüfter leise Passagen zerbläst? Ganz vorbildlich geht Audio System das Thema Ausstattung an. Schnickschnack sucht man vergebens, doch alles Wichtige ist an Bord, und das auch noch sehr sinnvoll gemacht. An Frequenzweichen stehen zwar „nur“ Hoch- und Tiefpass zur Verfügung, doch die sind alle unabhängig zuschaltbar, so dass auch Bandpass auf allen Kanälen möglich ist. Zudem sind die Filterbereiche sinnvoll und asymmetrisch ausgelegt, so dass sich an Kanal 1/2 auch Hochtöner trennen lassen und die Kanäle 3/4 neben dem entsprechenden Mitteltöner- Tiefpass auch eine Subsonicfunktion regeln können. Das ist genauso gut gemacht wie die Hochpegelfähigkeit der Cinchbuchsen nebst automatischer Signalerkennung. Kommen wir zur Messtechnik. Den Klirr-über- Leistung-Kurven sieht man an, dass hier fleißig geregelt und geschaltet wird. An 4 Ohm läuft die neue X dabei sehr sauber: Im wichtigen Bereich unter 40 Watt liegen die Gesamtverzerrungen immer unter 0,09 % und selbst darüber pendelt sich die Kurve um 0,2 % im grünen Bereich ein. Leistung gibt‘s genug mit 66 und an 2 Ohm 111 Watt, so dass wir im Laborkapitel nichts zu meckern haben.

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Preis: um 250 Euro

Audio System X 75.4 D

Oberklasse

4.0 von 5 Sternen

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