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Kategorie: Tonarme, Tonabnehmer
20.10.2015

Systemtest: ViV Laboratories Rigid Float 9-Zoll Carbon, Fuuga

Die jungen Samurai

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Thomas Schmidt
Thomas Schmidt

Jahrzehntelang erschien das Geschäft mit den Tonarmen und Tonabnehmern als eine Sache, die die ganz alten Männer unter sich ausmachten – eine Sache, die uns den einen oder anderen sorgenvollen Blick in die Zukunft bescherte. Jetzt gibt es doch ein paar Lichtblicke in Sachen Generationswechsel, und das – man höre und staune – sogar aus JapanAls vor ein paar Jahren Takeda-San von Miyabi die Tonabnehmerherstellung aufgegeben und sich aufs Altenteil zurückgezogen hat, war die Trauer in der Fangemeinde groß.

Zu Recht: Seine Tonabnehmer waren, obschon bei Weitem nicht mit jeder Phonostufe zu betreiben, in Sachen Dynamik und Detailtreue immer ganz weit vorne dabei – wahrhaft keine billigen Systeme, aber für den, der etwas Besonderes suchte, ihr Geld allemal wert. Osamu Nagao und Tetsuya Sukehiro, zwei Freunde Takedas machten sich daran, die Tradition der Miyabis weiterzuführen, mussten dann aber feststellen, dass der Rückzug des Altmeisters nicht ganz freiwillig war, waren doch schlicht und ergreifend einige Zulieferquellen im Lauf der Jahre versiegt und adäquater Ersatz nicht in Sicht. Also musste man den steinigen Weg einer kompletten Neukonstruktion gehen, immerhin mit tatkräftiger Unterstützung aus der Branche – eine Sache, die man heutzutage eher selten sieht. Fuuga heißt das Endergebnis der Entwicklung. Ein Tonabnehmer, der von der äußeren Form her schon an das Miyabi erinnert – so rund baut sonst niemand. Allerdings ist der Korpus hier aus drei unterschiedlichen Aluminium-Legierungen aufgebaut, wie man schön an den drei Farbnuancen erkennen kann. Der Generator hat einen recht niedrigen Innen widerstand (der Hersteller gibt als Impedanz 2,5 Ohm bei einem Kilohertz an, was nicht zu verwechseln ist mit dem Gleichstromwiderstand der Spulen – ein Multimeter hält man aber auch als neugieriger Tester nicht an die Pins!). Dabei liefert er eine gesunde Ausgangsspannung von nominell 0,35 mV, also sollte jede MC-fähige Phonovorstufe, bei der man einen einigermaßen niedrigen Eingangswiderstand schalten kann, mit dem System klarkommen. Der Nadelträger ist konisch, besteht aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung und trägt einen Diamanten mit den Verrundungsradien 8 μm x 40 μm – scharf, aber nicht extrem. Das mit 15 Gramm recht schwere System will mit einer zivilen Auflagekraft von 2 bis 2,2 mN gefahren werden – es sollte also sichergestellt werden, dass das Gegengewicht den „Brummer“ ausbalancieren kann – mit einem stabilen Headshell kommen da nämlich schon mal gerne 30 Gramm und mehr vorne am Arm zusammen – was natürlich bei einer Compliance von 7 mm/N der ordnungsgemäßen Anpassung in die Hände spielt. Volker Kühn hat dem knapp 10.000 Euro teuren Fuuga-System einen standesgemäßen Spielpartner zur Seite gestellt: Den uns schon gut bekannten VIV-Lab-Rigid-Float-Tonarm in der etwas längeren Variante mit Carbon-Tonarmrohr.
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Preis: um 6312 Euro

ViV Laboratories Rigid Float 9-Zoll Carbon


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