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Kategorie: Schallplatte
20.10.2015

Musikrezension: Gerry Mulligan & Thelonious Monk – Mulligan Meets Monk (WaxTime)

Gerry Mulligan & Thelonious Monk – Mulligan Meets Monk

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Ralf Henke

Es war eine explosive Mischung, die sich 1957 im Studio zusammenfand und in ihrer Form wohl nur möglich, weil sich der exzentrische Thelonious Monk mit Gerry Mulligan gut verstand und ihm freundschaftlich verbunden war. Diese Freundschaft beruhte auch auf der Tatsache, dass sich beide Musiker, trotz unterschiedlicher Stilrichtungen, als Erneuerer des Jazz sahen, dessen Wurzeln sie dabei nicht abschworen.

Monk stand bei Aufnahmen außerdem nicht gerne in der zweiten Reihe, was wahrscheinlich die Ursache dafür ist, dass er für dieses Werk auch keine neuen Kompositionen beisteuerte; diese verwendete er lieber auf seinen Solo-Veröffentlichungen. Somit bestehen vier der sechs Stücke aus altem Monk-Material, Mulligan steuert mit „Decidedly“ die Bearbeitung eines Charlie-Shavers-Stückes bei und zusätzlich gibt es noch die Fremdkomposition „Sweet and Lovely“; der Wax-Time-Release bringt zusätzlich noch eine alternative Version von „Straight, No Chaser“ mit. Neben den zwei Hauptdarstellern nahmen mit Wilbur Ware am Bass und Shadow Wilson am Schlagzeug die beiden Musiker teil, mit denen Monk zu jener Zeit häufiger im New Yorker Jazzclub „Five Spot“ auftrat. Mulligans Baritonsaxofon gibt bei der Session den Ton an und verströmt bei der ersten Nummer „‘Round Midnight“ jede Menge coole Eleganz. Dieses Stück bildet auch den Höhepunkt der Aufnahme, dem qualitativ nur die lebendigen „Rhythm-A-Ning“ und „Decidedly“ das Wasser reichen können. „Mulligan Meets Monk“ war das einzige Zusammentreffen dieser Art und damit eine Annäherung zweier Spielarten des Jazz.

Fazit

Spannende, nicht leicht verdauliche Fusion aus Cool Jazz und Bebop.
Gerry Mulligan & Thelonious Monk – Mulligan Meets Monk (WaxTime)


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