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Kategorie: Schallplatte
20.10.2015

Musikrezension: Cantate Domino – Komponisten: Händel, Reger und andere – Interpreten: Oscars Motettenchor, Torsten Nilsson, Alf Lindner, Marianne Mellnäs (First Impression Music)

Cantate Domino – Komponisten: Händel, Reger und andere – Interpreten: Oscars Motettenchor, Torsten Nilsson, Alf Lindner, Marianne Mellnäs

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Thomas Schmidt
Thomas Schmidt

Eine auf den ersten und zweiten Blick etwas krude Mischung bietet uns das Album „Cantate Domino“: Motettengesang aus vier Jahrhunderten Musikgeschichte, dazu etwas Orgelmusik und einmal „White Christmas“. Diese Platte – und das war mir bisher nicht bekannt – gilt unter Kennern quasi als das „Jazz at the Pawnshop“ der klassischen Musik.

Zwei Aufnahmesessioins in einer Stockholmer Kirche aus dem Jahr 1976, eingefangen mit zwei Mikrofonen und einer Revox A77(!). Dass man mit so einem durchaus nicht die Speerspitze der Studiotechnik markierenden Equipment eine so beeindruckende Atmosphäre einfangen kann, hätte ich nicht für möglich gehalten. Natürlich rauscht es hier und da etwas mehr als bei modernen Produktionen, und wenn man genau hinhört, entdeckt man auch kleine Störungen wie den Verkehrslärm vor der Tür. Aber dennoch: Der Gesang und die einmalige Akustik der Kirche erzeugen einen Gänsehautanfall nach dem anderen. Die Idee, das in vielen mehr oder minder hochwertigen Neuauflagen kursierende Album noch einmal von Profis remastern zu lassen, war in jedem Fall die richtige: Niemand Geringere als Doug Sax saß an den Reglern für den Schnitt dieser Wiederveröffentlichung für First Impression Music. Man kann beim Hören verstehen, dass viele Rezensenten des Albums von einem riesigen Chor mit mehreren Hundert Mitwirkenden ausgegangen sind. Das Booklet der aktuellen Veröffentlichung spricht hier eine deutliche Sprache: Exakt 38 Musiker waren beteiligt, inklusive Organist und Dirigent! Man kann sich jetzt die gewaltige Akustik der Kirche vorstellen, die so ein tief beeindruckendes Klangerlebnis möglich macht. Und diese Akustik ist auch der alles überspannende Bogen, der es erst möglich macht, barocke Werke, Irving Berlin und sogar vokale Bearbeitungen koreanischer Wiegenlieder(!) in ein einziges, stimmiges Konzert zu verwandeln. Die durchaus nicht prominenten Mitwirkenden waren die richtigen Leute am richtigen Ort – die Sänger sind gut aufgelegt und werden vom Dirigenten gut zusammengehalten, die Solisten machen ihre Sache angenehm unaufgeregt. Und alle Beteiligten haben ihren Job gut gemacht: Die Tontechniker und das Presswerk und vor allem die Produzenten, die dem hochwertigen Album ein höchst informatives Beiheft mit den Originalinformationen, aber auch über die diversen Ausgaben der Platte und dieser Version spendiert haben.

Fazit

Außergewöhnliche Musik in einem außergewöhnlichen Ambiente in außergewöhnlich guter Klangqualität
Cantate Domino – Komponisten: Händel, Reger und andere – Interpreten: Oscars Motettenchor, Torsten Nilsson, Alf Lindner, Marianne Mellnäs (First Impression Music)


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