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Kategorie: Schallplatte
20.10.2015

Musikrezension: Judas Priest – Firepower (Epic)

Judas Priest – Firepower

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Hossa, habe ich aus Versehen eine neue Black Sabbath oder Saint Vitus statt Judas Priest auf den Player gelegt? Mit „Children of the Sun“ startet das mittlerweile achtzehnte Studioalbum der Briten nämlich recht stark Stoner-lastig. und, so viel vorweg, meiner Meinung nach mit dem besten Song des Albums.

Irgendwie geht’s dann zwar durchaus okay und doch seltsam gebremst und – darf ich mainstreamig sagen? – weiter. Die Nummern „Never the Heroes“ (hatte hier Jon Bon Jovi seine Hände im Spiel?) und „No Surrender“ (was bitte ist das für ein Song-Abbinde-Riff?) schlittern fast schon haarscharf am Kitsch vorbei – titelmäßig und musikalisch bewegen wir uns auf Pathos-Level Drölfunddreißig mitsamt Mitgrölrefrains in bester Manowar-Machart. „Flame Thrower“ überrascht mit einem ungewöhnlichen Refrain und featuret Rob Halfords unnachahmliche Kopfstimme – kann ansonsten aber weniger mitreißen. Der einzige wirklich flotte Song und somit auch ein Highlight des Albums ist „Firepower“ selbst, so dass zumindest der Song seiner semantischen Titelaussage einigermaßen Taten folgen lässt. Diesbezüglich hätte ich mir eigentlich etwas mehr Feuerkraft erhofft, denn Granaten wie „Painkiller“ oder „Metal Meltdown“ fehlen gänzlich, das Thrash-Element der Band ist weniger evident. Zum Glück wachsen die Songs, die allesamt eher im mittleren Geschwindigkeitsbereich angesiedelt sind, spätestens beim dritten Hören – und ja, das Ding geht auch vollkommen in Ordnung, auch wenn es für mich persönlich immer noch knapp außerhalb der JP-Top-Five landet. Am Ende sorgt dann „Traitors Gate“ für einen episch breiten Abschluss mit geilem Gesang und ordentlichem Geriffe. Im Übrigen sind alle Musikerleistungen inklusive Rob Halfords unverkennbarer Kreischröhre auf höchstem Niveau angesiedelt.

Fazit

Ordentliches Metal-Album der britischen Legenden mit etwas zu wenig Firepower für mich.
Judas Priest – Firepower (Epic)


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