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Kategorie: Schallplatte
20.10.2015

Musikrezension: Duke Ellington – Blues in Orbit (Columbia / Original Recordings Group)

Duke Ellington – Blues in Orbit

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Ralf Henke

Wenn Sie einmal das Gefühl haben möchten, während eines Konzerts zusammen mit den Musikern auf der Bühne zu stehen, dann bietet „Blues in Orbit“ dafür die einmalige Gelegenheit, denn der Sound ist sowas von genial eingefangen, dass er tatsächlich das Gefühl vermittelt, als sei der Zuhörer mitten im Geschehen. Das ohnehin schon hochklassige Mastering wurde von Bernie Grundman nochmals zu neuen Ufern geführt und die akustische Bühne dermaßen „nach vorn“ verlegt, als würden die Bläser mit dem Hörer gemeinsam auf dem Sofa sitzen.

Duke Ellington und seine Band zelebrieren den Blues auf der 1959 zu nachtschlafender Zeit entstandenen Aufnahme, dass es im wahrsten Sinne des Wortes herzergreifend ist. Um sich davon zu überzeugen, dient vielleicht als bestes Beispiel das Stück „Sweet and Pungent“, auf der Booty Wood seiner Posaune Töne entlockt, die nicht zuletzt aufgrund der überirdisch guten Soundqualität eine Gänsehaut zaubern, auf die jede Weihnachtsgans neidisch wird. Auf „Blues in Blueprint“ zeigt der Duke, dass er auch die leisen Töne beherrscht; hier agieren die Musiker, als ständen sie auf rohen Eiern und jeder zu heftig angesetzte Ton könnte alles zum Einsturz bringen. Den Gegensatz dazu bietet „The Swinger‘s Jump“, wo alle Musiker vor Spielfreude überschäumen. Dankenswerterweise werden die jeweiligen Solisten zu den einzelnen Stücken aufgeführt, obwohl dem Kenner die charakteristische Spielweise z. B. von Johnnie Hodges am Altsaxofon oder Ray Nance an der Trompete sicher geläufig ist. Alle elf Songs befördern „Blues in Orbit“ buchstäblich in eine Umlaufbahn, in der die Luft sehr dünn ist und Alben dieser Qualität nur sehr selten anzutreffen sind.

Fazit

Gehört zur Grundausstattung im Plattenregal!
Duke Ellington – Blues in Orbit (Columbia / Original Recordings Group)


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