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Kategorie: Röhrenverstärker
20.10.2015

Einzeltest: Musica Nova Röhrenverstärker

Absolutely no Nonsense

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Thomas Schmidt
Thomas Schmidt

Das wünscht man sich insgeheim immer: Einen „richtigen“ Röhrenverstärker mit Schmelz und Verve, der aber dann auch noch so einfach handzuhaben ist wie ein kräftiger Transistorverstärker – nun, die Regeln der Physik lassen sich nicht so leicht aufheben, man kann sie aber durchaus ausreizenMusicaNova ist ein noch verhältnismäßig junger Hersteller aus deutschen Landen, wie viele der kleinen Unternehmen der Branche weitgehend eine One-Man-Show. Harald Pensel, seines Zeichens Inhaber des Hifistudios Musica Nova, baut seit 1988 seine eigene Röhrenelektronik.

Zur Zeit sind vier Geräte lieferbar: Es gibt einen Tuner und einen CD-Player, jeweils mit Röhrenausgangsstufe.  Zum Test in dieser Ausgabe haben wir die Verstärkerelektronik von Musica Nova bekommen, bestehend aus der Vorstufe Phoenix und der Endstufe Pegasus.  Die Vorstufe, ein flaches Gerät mit nur einer Höheneinheit, kann neben den Hochpegeleingängen mit zwei unterschiedlichen Modulen bestückt werden – man könnte also das Phono-MM und das Phono-MC-Modul einsetzen, ebenso wie den neuesten Streich aus dem Hause Pensel, eine per Fernbedienung zuschalt- und regelbare dritte Ausgangsstufe, mit der man bei Bedarf einen Subwoofer zu den Satellitenlautsprechern aktivieren kann, ohne umständlich hinter dem entsprechenden, ja meist gut eingebaut stehenden Basswürfel herumkriechen zu müssen. Auch die wesentlichen anderen Funktionen der Phoenix-Vorstufe sind fernbedienbar – den Geber haben wir hier aus ästhetischen Gründen nicht abgebildet – ein wertiges Gehäuse ist aber in Arbeit, versicherte uns der Konstrukteur. Selbstverständlich haben wir uns für diesen Test beide Phonomodule gesichert, die dann zwei der Hochpegel-Eingänge ersetzen. Als altem Recorder-Spezi freue ich mich über zwei vollwertige Tapeschleifen – dazu gibt´s noch einen Balanceregler und einen separaten Drehschalter zur grundsätzlichen Pegelanpassung des Geräts.  Zwei ECC82-Doppeltrioden sorgen für die grundsätzliche Verstärkung – die zusteckbaren Phono-Platinen verfügen über je zwei eigene Doppeltrioden, der MC-Zweig zusätzlich nach alter Väter Sitte über ein Pärchen Eingangsübertrager. An der Vorstufe wie an der Endstufe kann man übrigens die Gerätemasse entweder direkt, kondensatorgekoppelt oder gar nicht mit dem Schutzleiter verbinden – zwei unspektakuläre Schalter, die eine mächtige Wirkung zeigen und somit so ziemlich jede Brummschleife unterdrücken dürften.  Die mächtige Endstufe muss man vorsichtig handhaben. Nicht, dass das Gerät besonders empfindlich wäre, aber ein Großteil der Masse von 23 Kilogramm hält sich in der Pegasus in Form dreier mächtiger Trafos an der Rückseite auf – das kann bei unvorsichtigem Anpacken gerne mal kippen. Und was für Trafos sind das: Allein der mächtige Netztransformator flößt dem Betrachter schon gewaltigen Respekt ein. In der Treiber- und Phasenumkehrstufe arbeiten Trioden vom Typ 6922.
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Preis: um 4980 Euro

Musica Nova Röhrenverstärker


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