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Kategorie: Plattenspieler
20.10.2015

Einzeltest: TechDas Air Force III Premium - Seite 2 / 4

Kanonendonner

Holger Barske
Holger Barske

Es handelt sich um eine „volle Scheibe“, die Unterseite dient direkt als Lagerfläche für das Luftpolster. Das Luftlager ist nicht das einzige „pneumatische“ Feature des Gerätes, es kann zudem Schallplatten per Unterdruck auf die Telleroberfläche saugen und dadurch bedingungslos bretteben ziehen.

Zum golden glänzenden Teller wollte das bisherige silberne Eloxal der Zarge nicht mehr passen, die ist nunmehr schwarz anodisiert. Nicht unbedingt Lieblingsfarbgebung des europäischen Kunden, aber der ist wohl auch nicht die Hauptzielgruppe des „AF3P“. Natürlich ist der Teller nicht der einzige Punkt, an dem das Gerät aufgerüstet wurde. Der schwere Teller zieht einen kräftigeren Motor nach sich. Das funktioniert offenbar, in Sachen Hochlaufzeit konnte ich keinerlei Unterschiede zum Ur-Dreier feststellen. Auch bei der Luftversorgung hat man in Details Hand angelegt. Der normalerweise abseits des HiFi-Racks zu positionierende Quader aus Metall und Kunststoff ist nicht mehr ganz so schmucklos wie früher, auch im Inneren gibt´s ein paar Unterschiede im Detail. Nach wie vor sind zwei getrennte Kreise für Druck- und Unterdruckerzeugung zuständig. Die Pumpenaggregate arbeiten unhörbar leise, diverse Ausgleichsbehälter sorgen für „stotterfreie“ Luftströme – gewissermaßen sind das die Pendants zu Siebelkos in der elektrischen Welt. Das Gerät wird über zwei Schläuche und ein vielpoliges Kabel mit der Laufwerkseinheit verbunden. Normalerweise muss man an dem „Luftmopped“ nichts bedienen, sodass man es ohne Probleme verstecken kann. Der Antriebsmotor steckt nach wie vor in einer runden Aluminiumdose und hängt in einem Schlitten, mit dessen Hilfe sich der Motor verschieben und die Spannung des flachen, dünnen und sehr steifen Geweberiemens einstellen lässt. Fürs nötige Gewicht sorgt ein Klotz aus Bronze, in dem der eigentliche Motor steckt. Die Inbetriebnahme des Gerätes ist schon eine reichlich kultische Handlung, müssen Antrieb und Tellereinheit doch erst einmal aufeinander einjustiert werden. Es dauert eine Weile, bis die aufwendige Regelung sich so weit parametriert hat, dass sie Betriebsbereitschaft signalisiert. Der springende Punkt hierbei ist die Riemenspannung; verändert man die, sollte man den Controller sein segensreiches Justagewerk erneut vollführen lassen. Auch danach erfordert der Betrieb des AF3P ein gewisses Maß an Geduld, die Hochlaufzeit des Antriebs bleibt nennenswert. Man kann Platten auch ohne Abschalten des Motors umdrehen oder wechseln, aber das erfordert etwas Übung: Die Silikon-Dichtlippen der Plattenansaugung machen den Job nicht leichter. Trotzdem ist es in der Praxis auch beim AF3P erstaunlich, wie problemlos die hochkomplexe Technik ihren Job macht.
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Preis: um 31050 Euro

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