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Kategorie: Plattenspieler
20.10.2015

Einzeltest: ATR

Herzlichen Glückwunsch

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Thomas Schmidt
Thomas Schmidt

Das muss man erst einmal schaffen: Sich als HiFi-Vertrieb einen eigenen Plattenspieler zum runden Geburtstag zu schenken – das sagt schon einiges, meinen wirEs ist keineswegs so, dass die Firma Audio Trade aus Mülheim nun hergegangen ist und an der Werkbank im Keller einen eigenen Plattenspieler geschnitzt hat – wozu hat man denn erfahrene und vielseitige Hersteller im Sortiment. Andererseits ist ATR von Beginn an immer wieder auch als Marke in Erscheinung getreten: Das erste Produkt der Firma von Peter Mühlmeyer war tatsächlich eine Neuauflage des legendären Albums „Esther“ von Esther Ofarim mit der Produktnummer ATR 001.

In der Folgezeit hat es auch immer wieder Komponenten unter dem Markennamen ATR gegeben: Tonabnehmer, Plattenspieler, Lautsprecher, um nur ein paar Gattungen zu nennen, für die man immer prominente und kompetente Mitstreiter gewinnen konnte. Und nun sind also 40 Jahre ins Land gegangen, seit jener Schallplatte, die auch die Gründung von ATR bedeutete. Auf der High End wurde uns ein ausgesprochen hübscher Plattenspieler präsentiert, der nach den Spezifikationen der Mannschaft von Audio Trade von ProJect gebaut wird – klar, handelt es sich hierbei doch um das wohl wichtigste Vertriebsprodukt im Portfolio. Ich halte es aber für wichtig zu betonen, dass es sich nicht einfach um ein umgelabeltes, schon existierendes Modell von ProJect handelt, sondern um eine eigenständige Konstruktion mit Elementen aus dem Katalog des Herstellers. So ist die an sich unscheinbare Zarge an diversen Stellen mit Metallgranulat befüllt, was das Gesamtgewicht nach oben, den Einfluss von Tritt- und Luftschall nach unten treibt. Und im Laufwerk produzierte Resonanzen laufen sich in der Zarge auch tot. Unterstützend wirken hier die Füße unter dem Celebration 40, die ein recht weiches thermoplastisches Polymer zur Entkopplung verwenden. Ebenfalls vibrationsminimierend ist die Konstruktion des Tellerlagers: Die invertierte Konstruktion arbeitet mit einem stehenden Edelstahldorn und einer darin eingepressten Keramikkugel. Ebenfalls aus Keramik ist die Lauffläche in der Lagerbuchse aus Messing. Der Plattenteller aus Aluminiumguss hat in der Nähe seines Außenrands eine tief eingefräste Nut, in der ein eingelegter Streifen, wie bei den Füßen aus einem thermoplastischen Polymer, resonanzvermindernd wirkt. Zusätzlich entlasten zwei sich abstoßende Magnetringe das Lager – nur etwa die Hälfte des Tellergewichts wirkt auf den Kontaktpunkt zwischen Lagerdorn und -spiegel. Angetrieben wird der Teller am Außendurchmesser über einen weißen Silikonriemen über ein großes Pulley, das elegant unter einer Abdeckplatte verschwindet. Der Synchronmotor wird unabhängig von der Netzspannung über einen eingebauten Sinusgenerator angesteuert.
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