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Kategorie: Phono Vorstufen
20.10.2015

Einzeltest: VTL TP 6.5 Series II

Röhrenentzerrer vom Allerfeinsten

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Er hat Eindruck hinterlassen, der VTL-Vorverstärker TP-2.5i, den wir Ihnen im letzten Heft vorgestellt haben.

Und jetzt gucken wir mal, was die Amerikaner können, wenn Sie das Thema Phonovorstufe komplett ausreizenGenau drei Minuten dauert es, bis VTLs große Phonovorstufe TP 6.5 S II nach dem Betätigen des Standby-Tasters ihren Countdown bis zur Betriebsbereitschaft abgeschlossen hat. Sie quittiert den Prozess über das dreistellige blaue LED-Display, das die 180 Sekunden gemächlich herunterzählt. Nach Ablauf der Aufwärmphase ertönt ein sanftes Relais-Klicken, die Ausgangsbuchsen führen Signal und die Röhren sind erst einmal aus dem Tiefschlaf erwacht. Zwar müssen sie noch ein Viertelstündchen gähnen und sich den Sand aus den Augen reiben, aber nach drei Minuten lässt sich bereits erahnen, zu was dieses 15900 Euro teure Stück feinster amerikanischer Verstärkerbaukunst fähig ist. Nutzen wir die Zeit, um erst einmal einen Umstand zu korrigieren, den ich beim letzten Mal beim Einstieg in die Historie rund um den VTL-Firmengründer David Manley inkorrekt dargestellt habe: Der Mann ist nämlich bereits 2013 verstorben. Und wenn man einmal anfängt, sich mit der frühen VTL-Historie auseinanderzusetzen, dann stellt man eines fest: Das war mal ziemlich speziell, was da unter diesem Logo das Licht der Musik reproduzierenden Welt erblickt hat. So gibt es interessante Anekdoten aus der Endverstärkerecke: Leistung war eine Maxime bei den frühen Manley- Konstruktionen. 100 Watt aus einem Paar EL 34? Aber ja! Mit 850 Volt Anodenspannung und nur für ziemlich kurze Zeit, aber das wurde offenbar tatsächlich so verkauft. Keine Sorge: Die Zeiten derart rauen Fahrwassers sind vorbei, und Manley Junior (Luke heißt er und ist mittlerweile auch nicht mehr so junioresk) opfert schon lange nicht mehr Zuverlässigkeit auf dem Altar spektakulärer Werte. Die schon bei der TP-2.5i zu beobachtenden sehr speziellen Ansichten darüber, wie die Bedienung eines solchen Gerätes erfolgen sollte gibt‘s allerdings auch bei der Top-Phono aus Kalifornien. So habe ich zunächst lange nach einer Möglichkeit gesucht, die Eingangsimpedanz des MC-Eingangs zu verändern und bin kläglich gescheitert, bis ich der Fernbedienung Aufmerksamkeit schenkte. Damit geht‘s – und zwar nur damit. Die TP-6.5 S II gibt‘s in zwei Versionen. Unser Testmuster ist die „kleinere“ Option mit einem MM- und einem MC-Eingang, gegen Aufpreis gibt‘s eine Variante, bei der der MM-Anschluss zu einem zweiten MC-Eingang mutiert, dessen Vor-Vorverstärkung von Übertragern übernommen wird. In etwa so wie bei der TP-2.5i aus dem letzten Heft. Die Parametrierung der TP-6.5 S II allerdings ist erheblich komfortabler und flexibler als beim kleineren Modell ausgefallen. Sie lässt sich sogar komplett mit der beiliegenden Fernbedienung bewerkstelligen.
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Preis: um 15900 Euro

VTL TP 6.5 Series II


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