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Kategorie: Phono Vorstufen
20.10.2015

Einzeltest: Tom Evans Groove 20th Anniversary mkII

Neues vom Querdenker

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Holger Barske
Holger Barske

Halt, stehenbleiben! Auch wenn’s nur ein relativ unscheinbarer schwarzer Kunststoffquader ist, um den es hier geht – an dem sollten Sie auf gar keinen Fall achtlos vorbeigehenWas kostet eine echte Spitzenphonovorstufe heutzutage so? 10.000 Euro? 20.

000? Die bekannten Flaggschiffe rangieren in diesen Regionen, manchmal auch noch darüber. Dann gibt’s da noch einen, der behauptet, das Gleiche für einen Bruchteil dieser Summen liefern zu können, im vorliegenden Fall für exakt 2.890 Euro. Dafür gibt’s zwar keine zentnerschweren, aus massivem Meteoritengestein gemeißelten Gehäuse mit vier externen Netzteilen und per Internet vom anderen Ende der Welt zuschaltbarer Tonabnehmerheizung, dem Vernehmen nach aber eine Vorstufe, die das Thema auf absehbare Zeit vergessen lässt. Der Künstler, der solcherlei Dinge angeblich vollbringen kann, heißt Tom Evans und residiert in Wales. Von dem Mann sieht und hört man nicht viel, er lässt lieber seine Produkte für sich sprechen. Und wie es sich für britische Erzeugnisse gehört, ist da durchaus das eine oder andere etwas schräge Detail im Spiel. Unser heutiger Proband hört auf die etwas sperrige Typenbezeichnung „Groove 20th Anniversary mkII“, der Deutschlandvertrieb lässt das „20th“ der Einfachheit halber weg. Will sagen: Da gab’s das in der Tat legendäre Gerät namens „The Groove“, das nach 20 Jahren per Jubiläumsmodell geehrt wurde. Eine mkII-Version einer Sonderausgabe zu bauen, das allerdings hat schon was. Wie alle Tom Evans-Phonovorstufen – das ist übrigens das Hauptgeschäftsfeld des Herstellers, es gibt derzeit sechs Modelle – steckt auch die Groove Anniversary mkII in einem unspektakulären schwarzen Acrylkästchen. Der Überzeugung des Konstrukteurs, dass eine solche Lösung Metallgehäusen jeglicher Couleur klanglich überlegen sei, bin ich mich mittlerweile durchaus bereit anzuschließen. Nun sind Phonovorstufen sehr empfindliche Gesellen, zumal dann, wenn sie sich um kleine MC-Signale kümmern sollen. Allein die Leistung, ein solches Gerät in der Praxis vollkommen ruhig und unproblematisch hinbekommen zu haben ist eine, die man vom technischen Standpunkt her gar nicht hoch genug bewerten kann. Zaubern kann freilich auch Tom Evans nicht, deswegen kommt der Strom aus einem externen Netzteil. Ansonsten ist The Groove Anniversary mkII eine ganz normale MC-Vorstufe: Es gibt einen Satz Cinch-Eingangsbuchsen, einen Satz Ausgangsbuchsen und eine Erdungsklemme. Das, was uns Normalsterblichen selbstverständlich vorkommt, nämlich zwei Reihen DIP-Schalter zur Tonabnehmeranpassung, kommt bei Tom Evans einer kleinen Sensation gleich; er weigerte sich nämlich bis dato, die potenziell klangverschlechternde Impedanzanpassung vorzusehen. Mittlerweile hat er aber wohl doch eingesehen, dass die Vor- die Nachteile überwiegen.
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Preis: um 2900 Euro

Tom Evans Groove 20th Anniversary mkII


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