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Kategorie: Phono Vorstufen
20.10.2015

Einzeltest: Lindemann Limetree Phono

Sauer macht lustig

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Thomas Schmidt
Thomas Schmidt

Größer, schwerer, teurer lauten die Disziplinen, denen vielerlei Orts im High End gefrönt wird – nicht so am beschaulichen Wörthsee in Oberbayern, wo die Geräte immer kleiner werdenNorbert Lindemann, seines Zeichens Inhaber und Konstrukteur der gleichnamigen HiFi-Firma, hat sich in den letzten Jahren immer weiter verkleinert. Das heißt: Nicht die Firma, sondern die Geräte, die er baut, sind immer kompakter geworden.

Zum 25. Jahrestag von Lindemann Audio markiert nun die Serie „Limetree“ die Spitze dieser Entwicklung. Alle Geräte der Serie kommen mit der Grundfläche einer CD aus – SMD-Technik macht es möglich. Neben diversen Digitalkomponenten gehört auch ein MM- und MC-fähiger Phonovorverstärker zur Limetree-Serie, die mit dem charakteristischen Blatt auf den silbernen Gehäusen aufwartet. Wie schon erwähnt: Im Innenleben solcher Geräte findet sich in der Regel ausschließlich SMD-Technik - und davor muss auch niemand Angst haben. Im Gegenteil: Wenn ich die gesammelten Messwerte der letzten Jahre rekapituliere, sind die kleinen Phonovorstufen in der Regel sogar etwas besser in Sachen Fremdspannungsabstand als ihre großen Kollegen, vorausgesetzt der Hersteller hat bei der Stromversorgung ordentlich gearbeitet. Hier verwendet Lindemann einen „medical“ Netzadapter, der sich mit einer sehr geringen kapazitiven Kopplung ins Netz auszeichnet. Es gibt nach der Gleichrichtung eine passive Filterung der Gleichspannung, darüber hinaus setzte man die neueste Generation von schnellen Spannungsreglern ein. Dadurch ist auf der Spannung, die im Gerät ankommt, nur noch ein Restrauschen von 10 μV vorhanden, Oberwellen aus dem Stromnetz gibt es überhaupt nicht. Aus genau diesem Grund gibt es bei Lindemann keine Trafonetzteile, weil sie in der Regel deutliche Störungen durch harmonische Oberwellen im Stromnetz übertragen. Auf der Basis dieser extrem durchdachten und sauberen Versorgung kann die nachfolgende Schaltung ihre volle Qualität entfalten. Und auch diese ist alles andere als von der Stange. Es gibt nämlich zwei unterschiedliche Eingangsverstärker für den MM- und den MC-Zweig: MM-Signale werden über einen J-FET-Eingang aufbereitet, diese haben bei MM-Tonabnehmern den Vorteil, dass die Spulen des Abtasters nicht mit dem Eingangsruhestrom belastet werden. Laut Norbert Lindemann klingt es dadurch offener und im Bass klarer. Der MCEingangsverstärker ist ein ultra-rauscharmer, symmetrischer Mikrofonverstärker von THAT, einem im Studiobereich hoch angesehenen US-Chip-Hersteller. Nach der Eingangsverstärkung folgt natürlich die RIAA-Entzerrung. Diese wird verwirklicht mit zwei linear verstärkenden Stufen und einem dazwischen liegenden, passiven RIAA-Netzwerk. Dadurch gibt es auch bei hoher Verstärkung keinen frequenzabhängigen Klirr, im Gegensatz zu den bekannten Konzepten mit RIAA-Netzwerk in der Gegenkopplung, die im Bass durch die hohe Verstärkung auch höhere Verzerrungen aufweisen.
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Preis: um 595 Euro

Lindemann Limetree Phono


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