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Kategorie: Phono Vorstufen
20.10.2015

Einzeltest: Boulder Amplifiers 508

Alternatives Sparmodell

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Glück gehabt: Komponenten des US-Herstellers Boulder Amplifiers sind normalerweise kaum von einer Person zu tragen. Diese ganz besondere Phonovorstufe ist die erste Ausnahme im Lieferprogramm

Boulder Amplifiers ist ein bei uns nur relativ wenig bekannter Hersteller von Elektronik der höchsten Güteklasse.

Was daran liegt, dass die Damen und Herren ihr Produktportfolio so gestaltet haben, dass es, um es mal ganz vorsichtig zu formulieren, für den deutschen Markt nur bedingt von Interesse ist. Sprich: Die übliche Boulder-Komponente ist so groß, schwer und teuer, dass die Hauptzielgruppe dafür in aller Regel weit östlich von uns zu Hause ist. 200-Kilo-Monos mit sechsstelligen Preisschildern? Überhaupt kein Problem. Von daher freuen wir uns, dass es nunmehr die „Serie 500“ gibt. Kleine, deswegen noch lange nicht leichte Komponenten von höchstem technischen Anspruch, aber trotzdem noch mit einer gewissen Rest-Bodenhaftung versehen. Im Moment ist die Phonovorstufe 508 die einzige Komponente dieser Baureihe, aber das bleibt bestimmt nicht lange so. Äußerlich handelt es sich bei ihr um einen schicken Aluminiumquader von knapp 30 Zentimetern Breite, der bei uns mit 6.450 Euro in der Preisliste steht. Das ist natürlich ein stolzes Sümmchen, aber um Größenordnungen weniger als das, was es für jede andere Boulder-Komponente zu entrichten gilt. Wer für so eine Investition gefälligst ein pralles Ausstattungspaket erwartet, der sieht sich getäuscht: An der 508 gibt es drei Schalter und zwei Buchsenpaare, sonst nichts. Das ist Purismus mit einer Konsequenz, wie ich sie selten erlebt habe. Tatsächlich erstaunt es mich schon fast ein bisschen, dass eines der drei Bedienelemente ein MM-/MC-Umschalter ist. Ich erachte die Wahrscheinlichkeit, das jemand einen schnöden MM-Abtaster an diese Preziose klemmt, für ziemlich überschaubar. Der Schalter für diese Funktion sitzt schon fast schamhaft versteckt hinten. Der schnieke Druckschalter vorne schaltet den Ausgang stumm, bleibt der benachbarte Kippschalter: Das ist ein harter Netzschalter. Fertig. Kapitel „Bedienung“ abgeschlossen Die Geräterückseite bietet neben dem obligatorischen Kaltgeräteanschluss fürs Netzkabel eine Netzsicherung, zwei Paar XLRAnschlüsse und eine ziemlich rudimentäre Erdungsklemme in Gestalt einer Kreuzschlitzschraube. Das war‘s – schon wieder. Richtig, Sie können noch nicht einmal Cinchkabel an die 508 stöpseln, sie verlangt nach symmetrischem An- und Abschluss. Gewiss, man könnte mit Adaptern arbeiten, aber das fühlt sich bei diesem Gerät irgendwie wie die nur zweitbeste Lösung an. Und wo, bitte, nehme ich bei diesem Gerät die Anpassung für meinen Tonabnehmer vor? Doch nicht etwas im Geräteinneren? Keine Sorge, Aufschrauben müssen Sie das natürlich aus einem vollen Block 6061-T6-Aluminium gefräste Schmuckstück nicht, weil‘s auch dort nichts einzustellen gibt. Also hat das Gerät bestimmt Stromeingänge, bei denen es nichts anzupassen gibt? Habe ich auch gedacht, aber dem ist nicht so. Tatsächlich verzichtet der Hersteller ganz einfach auf sämtliche Anpassungsmöglichkeiten und beschaltet den MCEingang fix mit 100 Ohm. Im MM-Betrieb liegen normgemäße 47 Kiloohm an. Das ist so beinhart konsequent, dass es schon ein bisschen frech erscheint, ergibt auf eine gewisse Art aber Sinn: Boulder ist nicht der einzige Hersteller, der eine mehr oder weniger komplizierte Umschaltmimik mit verschiedenen Impedanzen am hochempfindlichen MC-Eingang für potenziell klangschädigend hält und sie im Zweifelfalle lieber weglässt. W
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Preis: um 6450 Euro

Boulder Amplifiers 508


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