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Kategorie: Musikserver
20.10.2015

Einzeltest: Entotem Plato

Platte mal anders

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Holger Barske
Holger Barske

Sie müssen jetzt ganz stark sein: Wir proben nämlich den Aufbruch  in ein neues Universum und nähern uns einer äußerst modernen  Form der Musikwiedergabe. Zumindest ein bisschenJawohl, ein schwarzer Kasten mit Netzwerkanschluss, Touchscreen und App- Steuerung.

Sowas brauchen Sie nicht? Gemach. Der Entotem Plato ist nämlich die erste Musikserverlösung, die für sich in Anspruch nimmt, Platten vom angeschlossenen Plattenspieler aufnehmen, digital abspeichern und die Aufnahmen mit allen relevanten Informationen versehen zu können – das, was man heutzutage „Tagging“ nennt. Sprich: Platte auflegen, Knopf drücken, warten – Schallplatte fertig archiviert. Ob das klappt? Wir werden sehen. Stellt sich die Frage, ob man so etwas als dem Vinyl nahestehender Mensch überhaupt braucht – schließlich hören viele von uns Schallplatte, um Schallplatte zu hören und nicht digitale Aufnahmen einer Schallplatte. Das muss ein jeder für sich selbst entscheiden und ohne jeden Zweifel ist es praktisch, seine Musiksammlung auch in digitaler Form zur Verfügung zu haben. Und wenn‘s nur für zwischendurch auf dem Smartphone ist. Tatsächlich aber ist der Entotem Plato noch viel mehr als das; Lautsprecher und Plattenspieler dran, fertig ist die hochmoderne HiFi-Anlage. Der Spaß hat seinen Preis: 6.000 Euro mit eingebauten Endstufen, 4.800 ohne. Den Kern der Sache bildet natürlich – ein Computer. Ein kleiner spezialisierter Rechner, auf dem als Betriebssystem Googles Android läuft. Was den Vorteil hat, dass Leute, die ohnehin mit einem Android-Smartphone unterwegs sind, sich unmittelbar bei der Bedienung zurechtfinden werden. Auch für Neulinge ist das Ganze kein Buch mit sieben Siegeln, ein bisschen Bereitschaft zum Erlernen der elementaren Mechanismen ist aber unabdingbar. Außerdem stecken in dem Gerät ein paar erfreulich analoge 80-Watt-Endstufen für die Ansteuerung der Lautsprecher. Und wo kommt die Musik her? Entweder von der eingebauten 3-Terabyte-Festplatte (eine „konventionelle“, keine SSD), aus dem Internet über einen Streaming-Dienst Ihrer Wahl (es lassen sich diverse davon als App installieren) oder über die rückwärtigen Buchsen. Es gibt vier analoge Stereoeingänge und diverse Digitalschnittstellen. Das Einzige, was ich diesbezüglich vermisse, ist die Möglichkeit, per Bluetooth drahtlos ins Gerät zu „streamen“. Hinter einem der Analogeingänge sitzt eine ausgewachsene MM- und MC-taugliche Phonovorstufe. Ihre Verstärkung ist jeweils sechsstufig zwischen 33 und 46 Dezibel (MM) respektive 53 und 68 Dezibel (MC) anpassbar. Als Eingangsimpedanzen stehen 100 und 200 Ohm zur Verfügung. Da haben externe Geräte meist mehr Auswahl in petto, in der Regel kommen MCs aber damit klar. MMs werden standardmäßig mit 48 Kiloohm abgeschlossen, man kann noch zwischen 100 und 200 Picofarad Abschlusskapazität wählen.
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Preis: um 4800 Euro

Entotem Plato


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