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Kategorie: Lautsprecher Stereo
20.10.2015

Einzeltest: Sonus Faber Liuto

Gut in Form

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Jochen Schmitt
Jochen Schmitt

Liuto heißen die aktuellen Schmuckstücke aus dem Hause Sonus faber, und Liuto bedeutet auf Deutsch Laute. Einerseits wohlklingendes Instrument, in der Renaissance galt sie als Königin der Musikinstrumente, anderseits formgebendes Element der italienischen Lautsprecherschmiede.

1993 legte der erste Lautsprecher in Lautenform den Grundstein für nachfolgende Sonus faber-Generationen – die „Guaneri Homage“ selbst wurde zum Klassiker. Die Rundungen des Saiteninstruments sind bei den Entwürfen der Italiener inzwischen nicht mehr wegzudenken – sogar das Firmengebäude beruht auf der patentierten Lautenform. Eigentlich nur konsequent, dass die neue Schöpfung der Boxenbauer endlich auch diesen Namen trägt: Liuto. Das formschöne Gehäuse hat aber nicht nur seine optischen Reize. Dank der geschwungenen Seitenwände ist der Lautsprecher besonders resonanzarm und unanfällig für stehende Wellen im Inneren des Gehäuses. Zusätzliche interne Gehäuseaussteifungen und strategisch platziertes Dämmmaterial tun ihr Übriges. Darüber sind ganz besonders die hochwertigen Treiber glücklich, da sie ideale Arbeitsbedingungen vorfinden, um ihre Talente bestens zur Geltung bringen zu können.

Technik


Auf der mit Leder bezogenen Schallwand sind drei Lautsprecherchassis zu finden und wie Sie, lieber Leser, bereits richtig vermuten, handelt es sich um eine lupenreine Dreiwegekonstruktion. Fangen wir ganz oben an: Im Hochtonbereich kümmert sich eine beschichtete Gewebekalotte im 25-mm-Format um die Wiedergabe. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten setzt Sonus faber nicht auf die Dienste eines „Ringradiators“, sondern vertraut auf die Talente des neu entwickelten Hochtöners mit rückwärtigem Gehäuse. Trotz tiefer Resonanzfrequenz ist die 1-Zoll-Gewebekalotte erst ab über 3.000 Hertz im Einsatz. Das verspricht im Zusammenspiel mit der großflächigen Einspannung reichlich Dynamikreserven – gut so! Sehr nahe beim Hochtontreiber sitzt der Konusmitteltöner des Trios. Seine verwobene und anschließend verbackene Polypropylenmembran macht optisch einiges her. Von außen nicht zu sehen ist der optimal belüftete Korb des 150 mm durchmessenden Treibers. Das sorgt für besonders niedrige mechanische Verluste innerhalb des Antriebssystems und damit einhergehend für ungehemmte Spielfreude. Nahezu dreieinhalb Oktaven ist der Mitteltontreiber im Einsatz, bevor er bei 350 Hertz an seinen Tieftonkollegen übergibt. Dieser ist mit einer Kompositmembran aus Aluminium und Magnesium ausgestattet und verfügt ebenfalls über ein sehr offen aufgebautes Chassis für den schnellen Antritt. Zusätzliche Kraft schöpft der 220-mm-Tieftöner aus der Energie der drei unterschiedlich abgestimmten Bassreflexrohre, die auf der Gehäuserückseite Platz nehmen. Sonus faber verspricht sich neben einer kompressionsfreien Tieftonwiedergabe auch eine günstigere Anregung des Hörraums.

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Preis: um 4100 Euro

Sonus Faber Liuto

Referenzklasse

4.5 von 5 Sternen

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