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Kategorie: Lautsprecher Stereo
20.10.2015

Einzeltest: Reflector Audio Touch F10 - Seite 2 / 3

Nordöstliches

Holger Barske
Holger Barske

Sprich: Die Länge der Luftsäule zwischen Basstreiber und Austrittsöffnung spielt eine Rolle, das eingeschlossene Volumen ebenfalls. Das Resultat ist eine „Bassverstärkung“ in manchen Frequenzbereichen, in denen sich der Schall von der Membran und der aus der Öffnung konstruktiv addieren.

Für den Antrieb des Systems sorgt ein in Italien gefertigter Zehnzöller: leichte Papiermembran, klassischer Ferritantrieb, Gewebesicke, kleine 1,5-Zoll-Schwingspule. Sehr interessanter Treiber und in seiner Machart so herrlich altmodisch, dass man sich über das pure Vorhandensein von so was freuen darf. Die Kerhseit der Medaille: Der will Luft hinter der Membran. Kriegt er hier, und davon reichlich. So ganz ohne Modifikationen kam der Treiber nicht davon: Die Staubschutzkalotte in der Mitte bekam einen Filzpfropfen verpasst, die Streben des Stahlblechkorbes sind mit Bitumenmatten zu akustischen Beruhigung beklebt. Kann man machen. Den hochtönenden Part übernimmt ein hoch interessanter „Bullet Tweeter“, ebenfalls aus Italien. Er ist ein bisschen den alten JBL-Originalen nachempfunden – gewiss keine schlechten Gene. Eine 37 mm durchmessende flache Kutnststoffmembran ist in der Mitte mit einem dicken Metallkegel fixiert, die Membran schwingt also nur im Außenbereich. Zwischen dem äußeren massiven Metalltrichter und dem Kegel in der Mitte stellt sich eine Hornfunktion ein, weshalb der Hochtöner massig Wirkungsgrad hat. Den braucht er hier nicht in Gänze und wird von dem strukturell angenehm schlichten Filter entsprechend eingebremst, dadurch wird der Hochtöner beruhigend hoch belastbar. Ein Teil der Filterung sitzt direkt am Treiber, die restlichen Bauteile in Dämmmaterial eingepackt im Gehäuse. Verbaut wird Edles von Mundorf, so weit man das erkennen kann. Gedämmt wird im Gehäuse ansonsten sehr wenig: Ganz oben hinter dem Hochtöner gibt’s einen kleinen, per eingetackertem Tuch abgeteilten Bereich, der mit textilem Dämmmaterial gefüllt ist, sonst ist das große Gehäuse leer. Wir freuen uns über die fehlenden Energiespeichereffekte und hoffen, dass sich dadurch nicht allzu viele Reflexionen im Inneren ergeben. Die Messtechnik sagt, dass das nicht perfekt, aber ganz gut klappt – damit kann man zufrieden sein. Verarbeitung und Finish der F10 sind übrigens absolut makellos. Die Gehäuseteile wurden zweifellos auf modernen CNC-Maschinen gefertigt, die Oberfläche bildet ein relativ weicher, sich fast gummiartig anfühlender Mattlack. Auch wenn‘s ein bisschen so aussieht: Das ist kein Nextel. Andere Oberflächenvarianten als das Mausgrau unserer Testboxen sind natürlich machbar. Jawohl, das ist ein voluminöser Lautsprecher.
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Preis: um 7500 Euro

Reflector Audio Touch F10


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