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Kategorie: Lautsprecher Stereo
20.10.2015

Einzeltest: Klipsch Reference RF-7 II - Seite 3 / 4

Gib mir deinen Saft!

Christian Gather

Die MDF-Behausung ist mehrfach versteift und thront aus dem Karton auf fest angebrachten, großflächig mit Gummi versehenen Füßen. Deren kupferfarbener Ring greift die Optik der Membranen auf, zudem sind im Karton auch Spikes, die einfach in das Zentrum der Füße geschraubt werden können und bei unempfindlichen Böden ausdrücklich zu empfehlen sind.

Das Kollegium blieb bis zum Ende über die Optik der RF-7 II uneins. Manche fanden die glänzenden Membranen mit ihrer ungewöhnlichen Farbe zu auffällig, ich hingegen finde die Klipsch mit ihrer klaren Formensprache und der harmonischen Paarung der Membranen mit dem Kirschfurnier absolut gelungen. Über das große Kunststoffhorn kann man sich streiten, doch damit weiß der Hörer zumindest wohin die Reise geht. Eine der Vorgaben, welche die Lautsprecher von Paul W. Klipsch stets erfüllen mussten, war ein kontrolliertes Abstrahlverhalten. Er erkannte früh, dass ein Lautsprecher mit dem umgebenden Raum zusammenarbeitet und hielt es deshalb für elementar wichtig, dessen Schallabstrahlung so weit wie technisch möglich zu lenken. In der RF-7 II ist es das Hochtonhorn, welches seinen Schall prinzipbedingt auf die Hauptachse konzentriert. Der Hornvorsatz lenkt die Wellen eher in die Breite als in die Höhe, demnach ist von seinen Tiefmittelton-Kollegen ein vergleichbares Verhalten gefragt. Um dies zu erreichen, laufen sie über ihren gesamten Arbeitsbereich, also bis zur Trennung bei 1,2 Kilohertz, parallel. Bewegt man sich nun weit ober- oder unterhalb der imaginären Achse zwischen den beiden Midwoofern, so löschen sich ihre Schallanteile im Mittelton aus. So findet die Konus-Abteilung harmonisch Anschluss an das Horn, und Reflexionen an Boden und Decke werden im Stil einer D‘Appolito-Konstruktion minimiert. Allerdings wird die korrekte Sitzhöhe bei der RF-7 II elementar, sozusagen um im Sweetspot ihres Schallbeams zu bleiben. Das Ohr sollte sich irgendwo zwischem dem oberen Tiefmitteltöner und dem Horn bewegen. Mit ein paar Meter Abstand relativiert sich die Angelegenheit allerdings. Das stelle ich im Hörraum dann auch schnell ein, denn die Klipsch muss rocken. In dieser Disziplin will sie glänzen, und ich möchte sie keineswegs aufhalten. Deftiger Rock ist angesagt, und dass es die Leib- und Magenspeise dieser Box ist, wird augenblicklich deutlich. Die Dynamik ist überwältigend, Lautstärkesprünge setzt die Amerikanerin absolut umkomprimiert und ohne jegliche Zeichen der Anstrengung um. Selbstverständlich kann man sie auch mit seichtem Pop füttern. Den gibt sie bei korrekter Sitzposition tonal korrekt wieder, doch sie scheint mir dabei fast ein wenig gelangweilt.
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Preis: um 3800 Euro

Klipsch Reference RF-7 II


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