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Kategorie: Lautsprecher Stereo
20.10.2015

Einzeltest: newtronics Union Pacific Manhattan

Freie Fahrt voraus

Lautsprecher Stereo newtronics Union Pacific Manhattan im Test, Bild 1
1140

Sie trägt einen großen Namen: Union Pacific Manhattan. Seit den Achtzigern eine Legende in der Lautsprecherwelt, lässt Newtronics den Nimbus Union Pacific nun mit einem neuen Flaggschiff wieder aufleben

Peripherie:

– Vorverstärker: Malvalve Preamp Three Line – Endverstärker: KLANG+TON SymAsym -CD-Spieler: Vitus Audio SCD-010 Schon fast vier Jahrzehnte kann sich der Siegener Lautsprecherhersteller Newtronics am Markt behaupten, und das, obwohl der Gründer und Querdenker Harald Hecken sich über all die Jahre konsequent am eigenen Stil orientiert und nicht um kurzfristige Marktströmungen geschert hat.
Lautsprecher Stereo newtronics Union Pacific Manhattan im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo newtronics Union Pacific Manhattan im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo newtronics Union Pacific Manhattan im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo newtronics Union Pacific Manhattan im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo newtronics Union Pacific Manhattan im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo newtronics Union Pacific Manhattan im Test, Bild 7
Wenn nun ein neues Flaggschiff ins Haus steht, gilt es aufzuhorchen, denn diesen Titel verleiht das quirlige Mastermind nicht irgendeiner Box. Zudem trägt der Name Union Pacific die Last der Geschichte auf den Schultern. 1983 brachte Newtronics die erste Union Pacific auf den Markt, die von der Presse begeistert aufgenommen wurde. Diese Box feierte bis in die Neunziger hinein in zahlreichen Varianten Erfolge. Nun gilt es, den exzellenten Ruf des Klassikers erneut zu verteidigen. Die, die sich anschickt, Selbiges zu tun und gleichzeitg das neue Flaggschiff im Produktportfolio von Newtronics zu sein, trägt den Namenszusatz Manhattan. Auch sie verfolgt konsequent die Grundsätze, denen Harald Hecken seit der Gründung von Newtronics treu geblieben ist: Transmissionline, sparsame Frequenzweiche, hohe Empfindlichkeit und vor allem: viel Spaß! Musikalität ist beim Siegener das oberste Gebot, gepflegte Langeweile kommt ihm bei keinem Produkt in die Tüte. Den Weg dorthin beschreitet Newtronics zuallererst über gute Chassisqualität. Die ist im Haus oberstes Gebot, denn an die Treiber werden deutlich höhere Anforderungen gestellt als bei anderen Lautsprechern. Die Manhattan setzt nämlich ausschließlich auf Filter erster Ordnung. Diese gelten als besonders klangschonend, weil sie die bei passiven Weichen unvermeidlichen Phasendrehungen minimieren. Andererseits sind die Überlappungsbereiche der einzelnen Wege besonders groß, was für die beteiligten Chassis heißt, über einen weiten Frequenzbereich optimal arbeiten zu müssen. Im Tiefton kommt ein Pärchen hochbelastbarer 25-cm-Bässe mit Papiermembran zum Einsatz. Diese spielen rückseitig in eine über 2 Meter lange Transmissionline, auch kurz TML genannt. Die Umwegleitung verstärkt dank der Anregung der Luftsäule im Tiefton die unteren Frequenzen und ist für ihren besonders flüssigen, rollenden Klangcharakter bekannt. Allzu sehr wollte Harald Hecken die Maße der Manhattan aber nicht ausufern lassen, zudem benötigte die TML keinen großen Querschnitt. Daher „spannte“er die Schallwand um die Tieftöner herum und beließ den Korpus bei 22 cm Außenbreite. Oberhalb des Bassduos sitzen Mittel- und Hochtöner. Sie dürfen sich eines eigenen, geschlossenen Abteils und großzügig abgerundeter Gehäusekanten erfreuen - optimale Arbeitsbedingungen. Der Hochtöner ist eine exzellente Gewebekalotte mit Doppelmagnet, Zusatzvolumen und ordentlicher Hubfähigkeit, sprich hoher mechanischer Belastbarkeit. Die Hauptaufgabe fällt in der Manhattan allerdings dem Mitteltöner, einem hochbelastbaren Achtzehner, zu, der vom oberen Bassbereich bis in den unteren Hochton spielt. Und selbst außerhalb dieser Bereiche darf er sich keine Fehltritte leisten, da sich diese wegen der flachen Filter gnadenlos auf den Frequenzgang durchschlagen würden. Seine Qualität ist demnach umso wichtiger, vertraut ihm Newtronics doch den wichtigen Stimmbereich -der bei anderen Mehrweglern per Weiche in der Mitte zerrissen wird - vollständig an. Im Grunde kann man die Manhattan daher als Breitbandsystem mit Bass- und Höhenunterstützung verstehen, mit dem Vorteil, in Sachen Mitteltöner - respektive Breitbänder - am oberen oder unteren Ende des Frequenzbandes keine Kompromisse eingehen zu müssen. Doch nützen die besten Chassis nichts, wenn die Behausung nicht stimmt. Das Gehäuse der Manhattan glänzt rundherum mit ordentlichen Wandstärken, insbesondere die Schallwand ist extrem massiv. Die Innenbretter der TML versteifen die Seitenwände zusätzlich und ersticken mitschwingende Flächen im Keim. Die Öff nung der Umwegleitung ist unauffällig am unteren Ende der Front hinter einer Stoffabdeckung untergebracht, die Bodennähe unterstützt dabei die Tieftonausbeute der Line. Zu einem Flaggschiff gehört natürlich auch ein ansprechendes Äußeres. Das bietet Harald Hecken direkt in mehreren Varianten an. Die Einstiegs- Manhattan ist entweder Hochglanzschwarz oder -weiß lackiert und kommt für 14.800 Euro pro Paar ins Haus. Die gesamte RAL-Farbpalette in Lack bietet Newtronics für weitere 1.700 Euro an. Die abgebildete, passenderweise mit einer Skyline versehene Manhattan wurde von einem Airbrush-Künstler verziert. In dieser Xtreme-Version für 23.200 Euro bekommt der Kunde die Box mit Motiv nach Wunsch, individuell vom Spezialisten mit geübter Hand an der Spritzpistole angefertigt. Und dann wären da - wie sollte es bei Newtronics anders sein - noch die aktiven Varianten der Union Pacific Manhattan. Die Version für Aktiv-Einsteiger bringt einen eingebauten Verstärker für den Tiefton mit, der den heimischen Amp von der Last der Basswiedergabe befreit. Auch so verlangt die Manhattan zwar nicht nach Leistungsmonstern, viel mehr kommt sie auch mit zweistelligen Wattzahlen prima klar. Allerdings fällt die Impedanz im Tiefton auf drei Ohm, stabil sollte der Amp daher schon arbeiten. Selbiges entfällt bei aktivem Tiefton dementsprechend. Den Optimalzustand erreicht die Manhattan in der vollaktiven Version, bei der jeder Zweig seinen eigenen Verstärker besitzt. Sie stellt in der Xtreme-Version für 40.000 Euro das Ende der Fahnenstange in Sachen Union Pacific dar und ist das absolute Spitzenprodukt des Hauses. Die Neue muss daher nicht nur die Ahnengalerie adäquat fortführen, sondern auch unabhängig davon höchste klangliche Ansprüche befriedigen können. Für die wenigen notwendigen Weichenbauteile der (teil-) passiven Variante griff Harald Hecken zu höchster Qualität ohne Kompromisse. Allein die Bassspule aus dickem Kupferdraht ist so schwer wie die gesamte Frequenzweiche anderer Lautsprecher. So wenig Verluste wie möglich ist das Ziel, das es zu erreichen gilt. Das transportiert die Union Pacific Manhattan dann auch umunwunden in den Hörraum, macht aus ihrer direkten, anspringenden Art keinen Hehl. Dank des von bremsenden Frequenzweichenbauteilen weitestgehend befreiten, sehr breitbandig agierenden Mitteltöners liefert die Manhattan insbesondere Stimmen nicht nur so hautnah wie ein Breitbänder ans Ohr, sondern zementiert sie auch so felsenfest in der Mitte der Boxen, wie es kaum ein anderes Mehrwegsystem vermag. Der Hochtöner steht dieser Qualität in nichts nach, glänzt durch sein hohes Auflösungsvermögen und überraschende Dynamik. Zudem mischt er sich nicht vorlaut ein, sondern geht sehr behutsam mit den feinen Hochtonsignalen um. Nichtsdestotrotz brilliert er mit artikuliertem Spiel, sobald er gefordert wird. Das passt sehr gut zur offenherzigen Art des Mitteltöners, beide zusammen bilden daher eine unzertrennliche klangliche Einheit. Als passender Gegenpol agiert das potente Tieftonduo in seiner Umwegleitung extrem druckvoll, trocken und vor allem musikalisch rund. Insbesondere gezupfter oder gestrichener Kontrabass verbreitet über die Manhattan ein flüssiges, rollendes Flair, das andere Gehäusearten einfach nicht bieten. Das Gesamtpaket pumpt absolut problemlos und auch bei höchsten Pegeln extrem kontrolliert pure Musikenergie in den Raum, die sowieso jede Kompaktbox und auch so manchen größeren Standbox-Kollegen ziemlich alt aussehen lässt. Dabei bewahrt die Manhattan stets ihre luftige, lockere Art, wird zu keiner Zeit nervös oder aufdringlich. Ein Klassiker wie das wegen seiner extremen Dynamik gefürchtete „Tricycle“ von „Flim & the BB‘s“ wird zum puren Demomaterial und ist die Leib- und Magenspeise dieses Lautsprechers. Die Box explodiert bei den Dynamiksprüngen geradezu, liefert stressfrei horngleiche Dynamik ans Ohr und bietet trotzdem ein Füllhorn an Feininformationen an, die bei anderen Lautsprechern einfach untergeht. Spaß wird bei dieser Box also quasi kostenlos mitgeliefert, der smarte Drive der Union Pacific Manhattan lässt keinen Fuß unbewegt und kein Auge trocken. Harald - die Manhattan ist eine mehr als würdige Union Pacific!
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Fazit

Die Union Pacific Manhattan ist ein exzellenter Lautsprecher, der die Newtronics- typischen Züge wie anspringende Dynamik, schonungslose Offenheit und sehr hohe Detailtreue wie keine andere Box herausstellt. Ein hervorragender Vertreter seiner Reihe und ein adäquates Flaggschiff

Preis: um 14800 Euro

Lautsprecher Stereo

newtronics Union Pacific Manhattan


01/2010 - Christian Gather

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