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Kategorie: Kopfhörerverstärker
20.10.2015

Einzeltest: SPL Phonitor mini

Matrix Reloaded

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Dr. Martin Mertens
Dr. Martin Mertens

Vor ein paar Monaten stand der Phonitor 2 auf meinem Arbeitstisch – ein mächtiger Kopfhörerverstärker aus der Studiotechnik, der mit seiner speziellen Crossfield-Schaltung, bei SPL „Phonitor Matrix“ genannt, auch für Musikliebhaber eine unbedingte Empfehlung war. Nun steht der kleine Bruder, der Phonitor Mini, vor mir.

Mini heißt in diesem Fall keineswegs, dass es sich um ein portables Gerät für die Hosentasche handelt. Der kleine SPL ist durchaus ein „Desktop“- Gerät, auch wenn er nicht so viel Platz beansprucht wie der deutlich größere Phonitor 2. Bevor wir zu den Unterschieden zwischen den Geräten kommen, erst einmal was zu den Gemeinsamkeiten: Beide Geräte sehen einfach stark aus – wenn auch jeweilsauf komplett andere Weise. Der große Phonitor macht mit seinen vielen Dreh- und Kippschaltern, den markanten VU-Metern und nicht zuletzt durch den großen, zentral angebrachten Lautstärkeregler die große Show. In seinem schwarzen oder silbernen Alu- Gehäuse stellt er mächtig was dar. Der Mini im silbergrauen Stahlblechgehäuse und den auf der Aluplatte versammelten Bedienelementen in Form von sechs Kippschaltern und einem Lautstärkeregler setzt dagegen eher spartanische Akzente. Ein komplett anderes, aber nicht minder attraktives Design konzept. Gefällt mir.

Ausstattung


Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass der Phonitor Mini wie der große Phonitor 2 auf die von SPL propagierte 120-Volt-Verstärkertechnik setzt. Mehr Leistung, mehr Dynamik und weniger Verzerrungen verspricht sich der Studioausstatter aus Niederkrüchten von dieser Technik. Und auch die Phonitor-Matrix ist an Bord, wenn auch mit weniger Einstellmöglichkeiten. Die in drei Stufen einstellbare Crossfeed-Schaltung bewirkt ein kontrolliertes Übersprechen zwischen dem linken und dem rechten Kanal, wie es bei einem klassischen Stereo-Setup mit Lautsprechern in einem Raum immer stattfindet. Hier hört das linke Ohr auch Schall, den der rechte Lautsprecher abstrahlt, genauso wie das rechte Ohr Schall des linken Lautsprechers hört. Das ist beim Hören über Kopfhörer nicht der Fall, da hier jedes Ohr genau einen Stereokanal zu hören bekommt, was zu einer oft als unnatürlich empfundenen Im-Kopf-Abbildung führt. Hier soll die Crossfeed-Schaltung Abhilfe schaffen. Neben der Stärke des Effekts kann man mit „Angle“ den Winkel simulieren, in dem die Lautsprecher zum Hörer stehen. „Center“ schließlich erlaubt es, das Signal in der Mitte (räumlich – nicht tonal) abzusenken, falls hier durch das Mischen der Stereokanäle eine Betonung entsteht. Nicht nur in den Regelmöglichkeiten der Crossfeed-Schaltung, auch in den Anschlussmöglichkeiten gibt sich der kleine Phonitor spartanischer. Zwei Eingänge – ein asymmetrischer Cinch-Eingang und ein symmetrischer mit XLR-Buchsen– sowie eine 6,5-mm-Stereoklinkenbuchse auf der Front als Anschluss für einen Kopfhörer sind alles. Ohne Line-Ausgang lässt sich der kleine damit nicht wie der Große als Vorverstärker nutzen.

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Preis: um 650 Euro

SPL Phonitor mini

Spitzenklasse

4.5 von 5 Sternen

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