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Kategorie: Kopfhörerverstärker
20.10.2015

Einzeltest: Marantz HD-DAC1

Edler Ami

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Dr. Martin Mertens
Dr. Martin Mertens

Die Zeiten ändern sich. In der Präsentation des HD-DAC1 stellt Marantz den „Premium Kopfhörer- Enthusiast“ als Zielgruppe in den Vordergrund.

Der „Musikliebhaber mit klassischem HiFi-System“ steht erst an zweiter Stelle. Das ist ein Statement!Die Geschichte von Marantz reicht in das Jahr 1948 zurück, als sich der Grafiker und Hobby-Musiker Saul Bernhard Marantz einen eigenen Vorverstärker zusammenbaute, da er mit dem, was seinerzeit an Geräten angeboten wurde, nicht zufrieden war. Den Rest der Geschichte hat man schon in unzähligen Varianten gehört. Bemerkenswert ist bei der turbulenten Firmengeschichte von Marantz, dass die Marke immer den „klassischen HiFi- Systemen“, sprich Quelle – Verstärker – zwei Lautsprecher, treu geblieben ist. Selbst als sich um die Jahrtausendwende eine große HiFi-Marke nach der anderen verabschiedete, hielt Marantz durch. Wenn jetzt beim modernsten D/A-Wandler der Marke Kopfhörerenthusiasten im Fokus stehen, heißt das wohl, dass man die Zeichen der Zeit erkannt hat.

Ausstattung


Das der HD-DAC1 ein neues Zeitalter einleitet, merkt man schon an den Abmessungen. Während sich die klassischen HiFi-Bausteine von Marantz an der gängigen Rasterbreite von 44 cm orientieren, ist der HD-DAC1 nur 25 cm breit. Die Designer haben das Kunststück vollbracht, dass das Gerät klar als der Marantz-Familie zugehörig erkannt wird. Die Front ist weitgehend symmetrisch gestaltet: Hier dominieren zwei große Drehregler – links der Eingangswahlschalter, der auch als zentrales Bedienelement für die Menüeinstellungen dient, rechts der Lautstärkeregler – und in der Mitte das „Bullauge“, in dem ein Display sitzt, das Bild. Die edle Anmutung der in Schwarz oder Silber erhältlichen Alu-Front wird durch die hochglanzlackierten Holz-Seitenwangen verstärkt. Mir gefällt die gelungene Mischung aus modernem Design mit ein paar „Retro“-Zitaten. Wichtiger sind natürlich die inneren Werte. Und hier ist überhaupt nichts retro. Die Digital-Analog-Wandlung übernimmt ein moderner Cirrus-Logic-CS4398-Chip, der neben PCM-Daten bis 24 Bit/192 kHz auch Daten im DSD-Studio-Standard bis 5,6 MHz verarbeitet. Digitale Signale nimmt der Marantz auf der Rückseite via Cinch, Toslink (2 x) und USB (B) entgegen. Natürlich arbeitet der USB-Adapter im aktuell angesagten asynchronen Modus, natürlich werden eintreffende Digitalsignale durch eine spezielle Schaltung „entjittert“ und so weiter. Auf der Front findet sich zusätzlich ein USB-A-Anschluss. Hier kann etwa ein iPhone als Datenquelle angeschlossen werden. Besondere Aufmerksamkeit hat man dem Kopfhörerverstärker gewidmet. Hier kommen aus den „großen“ HiFi-Verstärkern übernommene, Marantz-eigene HDAMSA2- Schaltungen zum Einsatz. Der Verstärkungsfaktor lässt sich über die Menüsteuerung in drei Stufen für Kopfhörer bis 32, 150 und 600 Ohm einstellen. Neben dem Kopfhörerausgang auf der Front gibt es auf der Rückseite noch je einen geregelten und einen ungeregelten analogen Ausgang in Form je eines Paares Cinch-Buchsen. So kann der HD-DAC1 entweder als Quellgerät in einer klassischen Anlage eingesetzt werden oder auch gleich als Vorstufe eine Endstufe oder Aktivlautsprecher ansteuern. Mit der beiliegenden Fernbedienung lässt sich das Gerät auch vom Sessel aus steuern.

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Preis: um 800 Euro

Marantz HD-DAC1

Oberklasse

4.0 von 5 Sternen

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