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Kategorie: Kopfhörerverstärker
20.10.2015

Einzeltest: Ampio G1 VD-6880

Große Nummer

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Philipp Schneckenburger
Philipp Schneckenburger

Wo es Entwicklungen gibt, gibt es auch Versionsnummern. Zwar können nur die wenigsten mit den Unterschieden etwas anfangen, doch das hält Hersteller nicht davon ab, auch hier mit ihren Spezifikationen zu prahlen.

Es ist nur eine kleine Box mit einem noch deutlich kleineren Gerät darin. Fünfzehn mal zehn mal sechs Zentimeter bunt bedruckte Pappe. Gefüllt mit gefühlten 8000 Zeichen Text zeigt sich Ampio zumindest sehr mitteilungsfreudig, was seinen neuen mobilen DAC angeht. Auch die Gerätebezeichnung selbst ist eher kryptisch und wenig preisverdächtig. G1 VD-6880 lässt kaum Rückschlüsse auf Gerätekategorie, Produktserie, Spezifikationen oder Preis zu. Ob es sich um einen Kopfhörerverstärker, einen Bagger oder eine Mittelstreckenrakete handelt, ist zunächst unersichtlich. Aber sei es drum, denn schließlich sucht sich ja kaum einer seinen Namen selber aus. Das Defizit in Sachen Informationsübermittlung beim Namen hat man durch all den Text auf dem Karton kompensiert, der mit Funktionsangaben und Spezifikationen alles andere als geizt. Ein Feature taucht dabei ganz oben in der Liste auf. Dort ist die Rede von Bluetooth nach Versionsstandard 5.0, kombiniert mit den Begriffen LDAC und aptX HD. Hier scheint sich nun ein Muster in Ampios Informationspolitik erkennen zu lassen, denn auch hier nutzt man Begriffe, die vielen Leuten wahrscheinlich gar nichts sagen werden. Spezialisten hingegen zeigen sich beeindruckt. Mit den verschiedenen Zahlen und Akronymen markieren Ampio und der kleine G1 VD-6880 das Erwachsenwerden der Bluetooth-Verbindung. Weg vom holprigen Datenpaketversand pixeliger Bilder hin zur flinken Direktverbindung für HiRes-Audiodaten. Genau dies ist mit dem G1 VD- 6880 nämlich möglich. Waren Dateien mit einer Abtastrate von 96 kHz und 24 Bit Worttiefe noch bis vor Kurzem ausschließlich per Kabel oder WLAN übertragbar, befinden wir uns nun in einer Zeit, in der auch Bluetooth nach audiophilen Standards verwendet werden kann. Voraussetzung dafür ist natürlich die richtige Hardware, was neben dem kleinen Ampio auch ein passendes Smartphone voraussetzt, das in der Lage ist, solche Daten kabellos zu senden. Dies trifft leider momentan nur auf die neuesten Geräte der verschiedenen Hersteller zu, doch da gefühlt alle drei bis vier Monate eine neue Modellgeneration auf den Markt zu kommen scheint, wird sich dieser Zustand bestimmt in absehbarer Zeit ändern. Die Zukunft scheint also kabellos zu sein und der G1 VD-6880 ist darauf vorbereitet. Trotz seines größtenteils metallenen Gehäuses, das in mattem Schwarz oder Champagner-Gold erhältlich ist, verzichtet der kleine DAC auf eine externe Antenne, sondern führt seinen inneren Empfänger an den beiden Kunststoffabdeckungen an der oberen und unteren Gehäusekante vorbei. Ein kurzes Auswählen der Bluetooth- Funktion, schon erscheint der Ampio als verfügbares Ausgabegerät auf dem Bildschirm des Smartphones, und es kann losgehen mit dem Musikhören.
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Preis: um 300 Euro

Ampio G1 VD-6880


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