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Kategorie: Kopfhörer Hifi
20.10.2015

Einzeltest: Obravo HAMT-1

Oh – Bravo!

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Dr. Martin Mertens
Dr. Martin Mertens

Die Firma Obravo hat sich dem von dem deutschen Naturwissenschaftler und Musiker Oskar Heil entwickelten Air-Motion-Transformer (AMT) verschrieben. Mit dem HAMT-1 bringt der taiwanesische Hersteller den ersten Kopfhörer mit einem solchen Wandler auf den Markt.

Obwohl die Entwicklung des AMT bereits in den 1960er Jahren erfolgte, erfährt dieses Wandlerprinzip erst in den letzten Jahren gesteigerte Aufmerksamkeit. Was daran liegt, dass zum einen der Patentschutz ausgelaufen ist, so dass sich nun Hersteller des Prinzips annehmen können, ohne teure Rechte erwerben zu müssen. Zum anderen erlauben die heute verfügbaren Materialien für Magnete und Membranen, das Prinzip wirklich auszureizen. Kaum ein High-End- Lautsprecher kommt heute mehr ohne einen AMT im Hochtonbereich aus. Womit wir bei einer Einschränkung des AMT wären: AMTs kann man hauptsächlich als Hochtöner einsetzen. Ein paar Mitteltöner gibt es auch, aber die haben eher Exoten-Status und sind aufgrund der benötigten starken Magnete recht schwer. Im HAMT-1 kommen kleine, leichte AMTs zum Einsatz, die im Bass Unterstützung durch konventionelle dynamische Wandler bekommen, die jeweils koaxial hinter dem AMT angeordnet sind.

Ausstattug


Das Design des Obravo HAMT-1 polarisiert. Die einen finden den technoiden Retro-Style gepaart mit einer rustikalen Materialität aus Alu, Wildleder und Holz toll, die anderen befremdet er. Wie dem auch sei: Der Tragekomfort ist gut. Die Ohrpolster sind groß und weich, und dank des Veloursleders gibt es so schnell keine heißen Ohren. Sie sind lediglich aufgesteckt und können so samt der daran befestigten Treiberabdeckung leicht ausgetauscht werden. Der Kopfbügel fängt das relativ hohe Gewicht des Obravo gut ab, könnte für meinen Geschmack aber etwas weicher sein. Vielleicht trägt sich das Gerät ja noch ein wenig ein. Eine Besonderheit stellt die Möglichkeit dar, die Basswiedergabe zu beeinflussen. Die Gehäuse bilden eine Art ventilierte Resonanzkammern. Ähnlich wie bei einem Bassreflexsystem bei Lautsprechern kann man die Wirkung beeinflussen, indem man die Öffnung vergrößert oder verkleinert. Beim HAMT-1 geschieht das, indem man die je sechs Inbusschrauben, mit denen die Außenabdeckungen befestigt sind, löst und die Deckel abnimmt. Auf der Rückseite des dynamischen Wandlers finden sich drei Öffnungen, die die Verbindung zwischen Ohr-Seite und Resonanzkammer herstellen. Diese können mithilfe der beiliegenden Silikonstöpsel verschlossen werden. Wer mehr Bass braucht, lässt die Öffnungen offen, wer weniger will, verschließt die Öffnungen, bis ihm die Abstimmung gefällt. Das Anschlusskabel ist austauschbar. Neben dem beiliegenden 3,5-Meter-Kabel mit 3,5-mm-Stereo-Klinkenstecker und Adapter auf die große 6,3-Millimeter-Klinke gibt es optional noch ein kurzes 1,25-Meter-Kabel mit 3,5-Millimeter-Klinke für den mobilen Einsatz am Smartphone sowie ein 1,25-Meter-Kabel mit einer 2,5-Millimeter-Klinke für einen symmetrischen Anschluss wie ihn einige hochwertige mobile Player bieten. Mit einer Impedanz von 56 Ohm und einem Wirkungsgrad von 105 dB ist der HAMT-1 gut für den Einsatz an mobilen Wiedergabegeräten geeignet. Wobei man – so viel sei vorweggenommen – wirklich einen hochwertigen Player wie etwa einen Astell & Kern AK240 benötigt, um die Qualitäten diese Kopfhörers auszureizen.

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Preis: um 1500 Euro

Obravo HAMT-1

Referenzklasse

4.0 von 5 Sternen

-

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