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Kategorie: Endstufen
20.10.2015

Einzeltest: Convergent Audio Technology JL5

Das Riesenbaby

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Holger Barske
Holger Barske

Die gute Nachricht lautet: Endlich gibt’s vom amerikanischen  Kulthersteller Convergent eine Endstufe für jedermann.  Also ein Einsteigermodell.

Etwas Kleines haltEs ist alles relativ. Und deshalb fangen wir mit den schlechten Nachrichten an. Ein Paar Convergent-Monos vom Typ JL3 Ultimate kostet derzeit gute 47.000 Euro. Und außerdem ist‘s groß, schwer und heizt den Hörraum in einem Maße auf, dass man über die Anschaffung eines „Sommerverstärkers“ nachdenken muss. Da ist‘s doch toll, dass es jetzt neben der bekannten Stereoversion JL2 Ultimate für 26.000 Euro noch eine kleine Convergent mit dem Beinamen „Baby Cat“ gibt: Die JL5 kostet nämlich nur rund 17.000 Euro. Inwieweit Sie die letzten Zeilen als Ironie, Sarkasmus oder was auch immer empfinden, liegt ganz bei Ihnen. Als jemand, der mit der JL2 eine ganze Zeitlang Musik hören durfte freue mich tatsächlich ernsthaft, dass es jetzt ein Modell gibt, dessen Preisgestaltung zumindest in die richtige Richtung zeigt. Auch wenn‘s immer noch mehr Geld ist, als meine letzten fünf Autos zusammen gekostet haben. Okay, genug über die eigene Finanzmisere angesichts eines solchen Produktes gejammert. Fakt ist: Auch die kleinste Convergent ist ein echter Trümmer. Netto 32 Kilogramm schwer. Und sie baut so tief, dass ein Großteil klassischer HiFi-Racks einfach nicht passt. Vermutlich werden „CATs“ deshalb meist auf dem Boden betrieben. Warum sie so schwer ist? Eisen. Und das bezieht sich bei diesen Verstärkern grundsätzlich nicht nur auf die Induktivitäten, sondern auch aufs Gehäuse. Die geschweißte und mit schwarzem Kräusellack beschichtete Behausung ist stabil und amerikanisch wie eine 1958er-Corvette Stingray. Weit entfernt von hypermodernen fünfachsgefrästen Aluminiumskulpturen heutiger Zeit. Das Gehäuse einer CAT ist ein Baugruppenträger und kein Designelement. Basta. Entwickler und Firmeneigentümer Ken Stevens ist ein scheues Reh. Er hat‘s nicht so mit einer offenherzigen Informationspolitik. Webseite? Aber nicht doch. Und überhaupt, neue Modelle: alle Jubeljahre mal. Wozu auch, die Palette braucht keine Ergänzungen mehr. Lifestyle-HiFi gibt’s woanders. Die JL5 hat nur halb so viele Endröhren – vier pro Seite – wie die größere JL2, aber nominell genauso viel Leistung. Nämlich 100 Watt. Wobei Messung und Herstellerangabe erfreulich genau übereinstimmen, was ich als ein echtes Zeichen für Seriösität werte. Und wieso geht’s auf einmal mit so viel weniger Röhren? Weil Ken Stevens hier erstmals auf die verhältnismäßig neuen KT120 setzt, bislang waren für die Drecksarbeit immer 6550 zuständig. Beide Röhren zählen zur Gattung „Beam- Power-Pentoden“ und sind tatsächlich in erster Linie für Audioanwendungen konzipiert worden. Die KT120 ist spannungs- und stromfester als die 6550 und verträgt knapp 50 Prozent mehr Verlustleistung.
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Preis: um 17000 Euro

Convergent Audio Technology JL5


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