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Kategorie: Endstufen
20.10.2015

Einzeltest: Accuphase A-47

Ganz behutsam

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Holger Barske
Holger Barske

Aus A-46 wird A-47. Tatsächlich war ich ein bisschen traurig, dass Accuphase eines der feinsten Endverstärkerkunstwerke, das ich je die Freude hatte zu beherbergen, durch ein neues Modell ersetzt hatEs gibt überhaupt keinerlei Grund, eine so atemberaubend perfekte Maschine wir die mittelgroße Class-A-Accuphase durch irgendetwas zu ersetzen.

Perfektion ist nicht steigerungsfähig, was also soll da noch kommen? Auf den ersten Blick – gar nichts. A-46 und A-47 gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Sie sind gleich groß, bis auf 200 Gramm gleich schwer, mit gleicher Leistung spezifiziert und … nicht gleich teuer. Tatsächlich nämlich kostet die A-47 mit 9.600 Euro bemerkenswerte 1.100 Euro weniger als ihre Vorgängerin. Die Suche nach den Unterschieden technischer Natur zwischen beiden Modellen erweist sich als schwierig. Der messtechnische Vergleich beider Geräte mit zwei Jahren Abstand führt auch nicht recht zum Erfolg, weil beide Geräte so nahe an der Grenze unserer Störabstands- und Verzerrungsmesstechnik operieren, dass man aus den Ergebnissen unmöglich auf echte Unterschiede schließen kann. Der Hersteller indes propagiert solche: Die Neue soll über eine nochmals höhere Dämpfung angeschlossener Lasten und einen verbesserten Rauschabstand verfügen. Entschuldigung, das können wir nicht seriös überprüfen, bereits die A-46 rangierte mit -113,5 Dezibel(A) in einem Bereich, wo das Einschalten der Raumbeleuchtung ein paar Dezibel Unterschied in der Messung ausmacht. An dieser Stelle würde ich aufhören, schulterzuckend vermuten, dass außer einer geänderten Typenbezeichnung nichts weiter passiert ist, und mich freuen, dass es das Erlebnis A-46 jetzt für weniger Geld gibt. Würde ich, wenn da nicht der schwer zu leugnende Umstand wäre, dass die beiden Endstufen nicht gleich klingen. Außerdem haben wir‘s hier mit Accuphase zu tun: Wenn es einen Hersteller auf der großen weiten Welt gibt, von dessen Seriösität auch in Sachen Modellpolitik ich bis in die letzte Faser meiner Existenz überzeugt bin, dann ist es diese in Osaka ansässige Firma. Interessantes Detail in diesem Zusammenhang: Von den rund 80 Mitarbeitern der Accuphase Laboratory Inc. sind 30 Ingenieure. Also Leute mit Ahnung von dem, was sie da tun. Bei vielen Mitbewerbern gibt’s mit Glück noch einen, der das Technikhandwerk versteht. Aber dafür ganz viele Marketingprofis und Softwarespezialisten. Und mittlerweile sind auch ein paar Dinge zutage getreten, die die Unterschiede erklären könnte: Ein geändertes Layout der Eingangsstufe sorgt für den nochmals verbesserten Störabstand, und ganz klein am Rande des Prospektes wird der Umstand erwähnt, dass die 230-Volt-Version des Gerätes eine Abschaltautomaik besitzt, die die Maschine nach zwei Stunden außer Betrieb nimmt. Klingt nach einer weiteren großartigen Idee aus Brüssel.
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Preis: um 9600 Euro

Accuphase A-47


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