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Kategorie: D/A-Wandler
20.10.2015

Einzeltest: Chord Dave

Veritas in Extremis

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Holger Barske
Holger Barske

Spitzenmodell? Da erwarten wir natürlich ein imposantes Gerät im 19-Zoll-Format, mit mindestens einem externen Netzteil und rückgratmordendem Gewicht. Nicht so beim britischen Hersteller ChordDas Preisschild dient als sehr tauglicher Hinweis darauf, in welcher Liga wir hier zu spielen gedenken: Der niedlichen Aluminiumriegel mit der schlichten Typenbezeichnung „Dave“ will nämlich mit 11800 Euro bezahlt werden, was im Zeitalter moderner Digitalkomponenten ein ziemlich großer Schluck aus der Pulle ist.

Und sich garantiert nicht nur mit einem aus dem vollen Aluminiumblock geholten Gehäuse mit fein geschwungenen Konturen erklären lassen sollte. Die gute Nachricht lautet: Dem ist auch nicht so. Bei Weitem nicht. Zunächst zum Hersteller selbst: Chord Electronics ist ein seit 1989 tätiges, im Südosten von England ansässiges Unternehmen, dass höchst innovative Audioprodukte fertigt. Firmengründer John Franks war einer der ersten, die den Einsatz von Schaltnetzteilen in Audiokomponenten propagierte. Die ausgesprochen leistungsfähigen Verstärker dieses Herstellers begründeten lange Zeit den Erfolg der Firma, auf hohe Leistung bei moderaten Abmessungen und erträglichem Gewicht waren nämlich weltweit Profis aus der Studio- und Rundfunkbranche scharf. Mit Konstrukteur Robert Watts kam eine entscheidende weitere Komponente für den Erfolg von Chord an Bord: Der Mann ist einer der anerkanntesten Fachleute für Digital-/Analogwandlertechnologie überhaupt. Und mit seinem Know How hat Chord diverse Meilensteine in diesem Metier schaffen können. Mit ist bis heute der optisch dem Dave gar nicht unähnliche DAC64 vom Beginn des Jahrtausends  in Erinnerung geblieben, der einen großen Teil der seinerzeit erhältlichen DACs locker an die Wand spielte. Schon damals galt: Wir machen alles selbst und verlassen uns keinesfalls auf zugekaufte Chipsätze der einschlägigen Halbleiterhersteller. Das ist bis heute so geblieben, ist sogar noch deutlich „schlimmer“ geworden als damals: Das, was in einem Chord Dave das elektronische Zepter schwingt, hat absolut gar nichts mit dem zu tun, was bei Texas Instruments, Analog Devices oder ESS auf die Silizium-Wafer lithoraphiert wird. Robert Watts setzt bei seiner Wandlertechnologie auf eine sehr fortschrittliche Form des Ein-Bit-Prinzips. Das hat den Vorteil, dass er für seine Wandler keine extrem eng tolerierten Widerstandsanordnungen braucht, die Datenworte in elektrische Größen umsetzen. Seine Wandlerergebnisse manifestieren sich in Form von Impulsfolgen, die nur noch eine schlichte Integration (die im einfachsten Falle aus einem Kondensator und einem Widerstand besteht) von der reinen analogen Lehre entfernt ist. Die ganze Arbeit im Dave bekommt ein so genannter FPGA-Baustein aufgebürdet. Die Abkürzung steht für „Field Programmable Logic Array“, was soviel bedeutet wie anwenderprogrammierbarer Logikbaustein.
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Preis: um 11800 Euro

Chord Dave


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