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Kategorie: D/A-Wandler
20.10.2015

Einzeltest: Audiolab 8300CDQ

Kurvenräuber

D/A-Wandler Audiolab 8300CDQ im Test, Bild 1
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Mit dem 8300CD und dem 8300A war die Rollenverteilung bei Audiolabs Top-Serie klar verteilt. Doch nun wird die Ordnung ein wenig durcheinandergebracht, was neue Möglichkeiten mit sich bringt.

D/A-Wandler Audiolab 8300CDQ im Test, Bild 2D/A-Wandler Audiolab 8300CDQ im Test, Bild 3D/A-Wandler Audiolab 8300CDQ im Test, Bild 4D/A-Wandler Audiolab 8300CDQ im Test, Bild 5D/A-Wandler Audiolab 8300CDQ im Test, Bild 6D/A-Wandler Audiolab 8300CDQ im Test, Bild 7D/A-Wandler Audiolab 8300CDQ im Test, Bild 8D/A-Wandler Audiolab 8300CDQ im Test, Bild 9
Quelle, Verstärker und Lautsprecher: Fertig ist das HiFi-System. Letztlich kommt man um diese Konfiguration nicht herum, wenn man Musik hören möchte. Mit der 8300erSerie von Audiolab werden genau diese Voraussetzungen erfüllt. Als Quelle dient das optische Laufwerk des 8300CD, und der Vollverstärker 8300A übernimmt anschließend die Aufbereitung der Signale für die Lautsprecher der Wahl, die man frei mit den beiden Geräten kombinieren kann. Doch was, wenn ich Schallwandler lieber von Monoblöcken antreiben möchte, oder vielleicht sogar Aktivlautsprecher besitze? Ein Pre-Out ist eine Lösung, doch deshalb zwei getrennte Geräte anzuschaffen, ist im Sinne eines schlanken Anlagenkonzepts ein wenig kontraproduktiv. Schließlich könnte man auch den CD-Player direkt mit einer passenden Lautstärkeregelung ausstatten und so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Genau dies tut Audiolab nun mit dem neuen 8300CDQ. Technisch gesehen verfügt auch der 8300CD über eine Vorstufenfunktion, allerdings ist diese ein wenig rudimentärer umgesetzt, als es beim neuen CDQ der Fall ist. Der CD nutzt für die Anpassung der Ausgangsspannung den DAC selbst und regelt damit in der digitalen Domäne. Eine Lösung, wie sie viele DACs nutzen, um flexibler aufgestellt zu sein. Allerdings ist die  Folge einer solchen digitalen Lautstärkeregelung normalerweise mit einem erhöhten Grundrauschen verbunden, was das Klangerlebnis letztlich etwas schmälert. Beim CDQ setzt Audiolab nun eine echte analoge Vorstufenschaltung ein. Dabei versuchen die Engländer besonders gute Voraussetzungen zu schaffen, nutzen so wenige Bauteile wie möglich im Signalweg und lassen ihre Schaltung symmetrisch arbeiten. Doch die Vorstufe ist nicht nur dem DAC vorbehalten, denn für das CDQ-Modell wurden die Anschlüsse des 8300ers um drei Cinch-Eingänge erweitert. Das ist nur konsequent, doch gleichzeitig fragt man sich, warum Audiolab so viel Wert auf eine symmetrisch arbeitende Vorstufe legt, um anschließend unsymmetrische Eingänge hinzuzufügen? Ein Blick auf die Rückseite des CDQ scheint die Erklärung zu liefern, denn für einen, geschweige denn gleich mehrere Sätze XLR-Buchsen ist hier wirklich kein Platz mehr. Der 8300 verfügt über eine breite Auswahl an Anschlüssen inklusive optischen und koaxialen Ein- und Ausgängen, den Ausgängen der Vorstufe, bei der dann doch sowohl Cinch als auch XLR genutzt werden, und natürlich dem USB-B-Port, der anspruchsvolle HiRes-Hörer bedient. Wie bei praktisch allen Produkten von Audiolab nutzt auch der 8300CDQ einen DAC vom Halbleiter-Experten ESS. Für die CD-Wandler-Vorstufen-Kombination wählte man einen ES9018S, das Topmodell aus der 32-Bit-Sabre-Serie. Dabei wird der Chip auf der Platine von zahlreichen Bauteilen umringt, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen sollen. Interferenzen von anderen Gerätesektionen, Einstrahlungen und Schaltgeräusche der Stromversorgung sollen damit unterdrückt werden. Gleich drei kaskadierte Abschirmungsstufen wurden zum Schutz des Wandlers entwickelt, damit dieser seine Arbeit möglichst ungestört und präzise erledigen kann. Dafür bietet der DAC Spezifikationen auf hohem Niveau. Der Delta-SigmaWandler ist in der Lage, PCM-Signale mit 32 Bit zu verarbeiten, wobei maximal 384 kHz Abtastrate vorliegen dürfen. Auch DSD stellt den CD-DAC vor keinerlei Probleme und wird mit bis zu 11,2 MHz umgesetzt. Außerdem ist das Gerät nun in der Lage,  auch das MQA-Audioformat umzusetzen, um so beispielsweise Tidals höchste Qualitätsstufe nutzen zu können. Dabei könnte man es eigentlich schon belassen, doch Audiolab reichen kalte Werte nicht aus. Stattdessen gibt man dem Nutzer die Möglichkeit an die Hand, das Ganze noch ein wenig zu individualisieren. Dazu muss man das Menü des 8300 bemühen, das mithilfe des kontrastreichen Displays und der Tasten an der Front bedient wird. Hier lassen sich recht viele Aspekte der Arbeitsweise des Gerätes anpassen. Neben Kleinigkeiten, wie der Helligkeit der Anzeige, der Standby-Zeit, den angezeigten Informationen zur Samplingrate oder dem beim Einschalten ausgewählten Eingang, beinhaltet dies auch verschiedene klangrelevante Faktoren. Hier kann beispielsweise die Vorstufenfunktion ausgeschaltet oder angepasst werden. Auch die Balance lässt sich hier justieren, doch noch viel relevanter für den Klang ist die Filterauswahl, die Audiolab bietet. Sieben unterschiedliche  Verarbeitungsweisen können genutzt werden, um die vom DAC errechnete Kurve nach den eigenen Wünschen anzupassen, was merkliche Auswirkungen auf den Sound mit sich bringt. Wie ernst der Hersteller das Feature nimmt, kann man an der Fernbedienung sehen, denn neben den Funktionen wie der Quellenwahl und den Tasten für die Nutzung des CD-Laufwerks findet man hier auch einen eigenen Knopf für die schnelle Auswahl der gewünschten Kurvenverbiegung. Beim CDQ funktioniert dies sogar on-the-l y, also während man Musik hört. Das Signal wird beim Ändern des Filters zwar kurz unterbrochen, doch nach einem kurzen Moment spielt der DAC automatisch weiter. Man kann sich also bequem durch die verschiedenen Optionen arbeiten und seine Favoriten im direkten Vergleich ermitteln. Im Test stellte sich für mich persönlich Optimal Transient als beste Wahl heraus. Nutzte ich zunächst noch das Minimum Phase Filter, zeigte sich bei meinem neuen Favoriten der beste Kompromiss aus guter Transparenz, musikalischem Fluss und packender Dynamik. Bei „Villains“ von Queens of the Stone Age wirkte der CDQ zunächst fast noch ein wenig zahm, doch mit dem Wechsel auf das Optimal Transient Filter wurde er beinahe bissig. Der Bass besaß eine schöne Kontur und wirkte druckvoll, ohne zu aufdringlich zu werden. Gitarrenriffs gehen stramm nach vorne und der Finger wanderte gleich mehrfach zur Fernbedienung, um sich mit erhöhtem Schalldruck ein wenig die Noten um die Ohren schlagen zu lassen. Hier fiel auch die tolle Räumlichkeit des Audiolab auf, die eine tolle Ortung der einzelnen Komponenten auf der Bühne zulässt. Dabei bleibt stets der gute Flow erhalten, der dem Gerät eine gewisse Leichtfüßigkeit verleiht. Egal ob bei eher filigranen Klängen oder bei schnellen Rock-Stücken, der 8300CDQ hat niemals Probleme, hinterherzukommen. Schon bei der Wiedergabe von CDs kommt dazu der gute Dynamikumfang, der gerade Percussions gut zu Gesicht steht und einfach lebendig wirkt. Ein wenig ist dies aber von der Qualität der Aufnahme abhängig, denn auch der CDQ kann nicht jede Abmischung retten. Trotzdem ist er gerade für die Nutzung von CDs eine gute Wahl. Bei 16 Bit werden bereits eine Menge Details geliefert und auch die anderen angesprochenen Qualitäten kommen hier bereits zum Tragen. Nähert man sich mit einer Scheibe dem schmalen Schlitz an der Front, kann der Player es kaum erwarten endlich loszulegen und zieht dem Nutzer das Album praktisch beim  ersten Kontakt aus der Hand. Hat er bekommen was er möchte, beruhigt sich der CDQ anscheinend etwas, denn die Wiedergabe optischer Datenträger geschieht mit viel Ruhe und einem dunklen Hintergrund. Beeindruckend ist außerdem die Reaktionsgeschwindigkeit. Beim Überspringen von Titeln oder anderen Befehlen ist der Vorgang mit dem Berühren der entsprechenden Taste praktisch schon abgeschlossen. Der 8300CDQ ist eine tolle Ergänzung zu Audiolabs Top-Serie und bringt noch etwas mehr Flexibilität in das Portfolio der Engländer. Egal ob bei CD oder per USB, der Wandler liefert tollen Sound, den man dank der wunderbar umgesetzten Filterwahl noch ganz nach Wunsch anpassen kann. Wer statt eines Vollverstärkers also lieber Aktivlautsprecher oder separate Endstufen nutzen möchte, ist hier genau an der richtigen Adresse.
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Fazit

Der 8300CDQ ist eine wunderbare Kombination aus CD-Transport, DAC und einer analogen Vorstufe. Mit den verschiedenen Filtern bietet das Gerät außerdem eine tolle Möglichkeit, den guten Klang zu individualisieren, um so stets genau das Ergebnis zu bekommen, was man haben möchte.

Preis: um 1500 Euro

D/A-Wandler

Audiolab 8300CDQ


-

Ausstattung

 
Preis: um 1.500 Euro 
Vertrieb: IAD Deutschland, Korschenbroich 
Telefon: 0800 2345007 
Internet: www.audiolust.de 
B x H x T: 444 x 80 x 317 mm 
Eingänge: 1 x CD 1 x USB-B 2 x S/PDIF koaxial 2 x Toslink optisch 3 x RCA Stereo 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 24 Bit, DSD bis DSD256, 11,2 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x XLR Stereo 1 x RCA Stereo 1 x S/PDIF koaxial 1 x Toslink optisch 1 x 6,3-mm-Kopfhörerausgang (vorne 
checksum: „Der 8300CDQ ist eine wunderbare Kombination aus CD-Transport, DAC und einer analogen Vorstufe. Mit den verschiedenen Filtern bietet das Gerät außerdem eine tolle Möglichkeit, den guten Klang zu individualisieren, um so stets genau das Ergebnis zu bekommen, was man haben möchte.“ 

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